Gehört: Slaughter Beach, Dog – Birdie

Da sage noch mal einer, dass so eine kleine Dysfunktion nur lästig oder gar nutzlos wäre. Jake Ewald, einer der beiden Sänger und Songschreiber der Poppunk Band Modern Baseball aus Philadelphia, wollte irgendwann einfach nichts mehr einfallen. Aus und Ende, Schreibblockade. Kein Indie-Geschrammel, nix mehr los am Punkrock-Riff und auch in Sachen Emo-Melo kommt nichts mehr.

How Do I Tell A Girl I Want To Kiss Her? Gute Frage, nächste Frage. Und hier zeigt sich der amerikanische Pragmatismus. Einfach aus der Not eine Tugend machen. Die Stammband auf Eis legen und sich mit einem Nebenprojekt vom Ballast befreien. Versucht man sich an einer Anamnese, dann liegen die Ursachen für die Blockade im Bereich der Stromgitarre, des Verzerrers und der Powerchords. Auf Birdie lässt Jake Ewald diese Sachen konsequent weg und schon fließen wunderbare Folkpopmelodien aus seinen Fingern. Weglassen, reduzieren, entschlacken – diese Naturheilmittel haben so machem Musiker geholfen, das Gröbste zu überwinden. Mit den 10 Songs auf diesem Soloalbum erfindet Ewald das Rad bzw. den Weg vom Punkrocker zum Singer/Songwriter nicht neu. Aus seinen Vorbildern Wilco, The Weakerthans, den Jets To Brazil und Pedro The Lion macht er auch keinen großen Hehl. Leugnen wäre auch zwecklos, klingt doch der Song Buttercup so unverschämt nach John K. Samson, dass man denkt, Slaughter Beach liegt gleich neben Winnipeg.

Slaughter Beach, Dog – Birdie // Big Scary Monsters > Homepage / AL!VE // VÖ: 27.10.2017
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