12. Oktober
Orishas im Muffatwerk

Es war damals, mit jungen 12, 13 Jahren. Das erste Jahr Spanisch in der Schule; Schüleraustausch mit Costa Rica und lässige Partys. Da warfen wir, ich und die anderen Pickelgesichter, kaum dass wir drei Sätze Spanisch reden und ein halbes Bier vertragen konnten, die Hände in die Luft und sangen lauthals mit, wenn er kam. Der Song, den jeder cool fand und doch kaum einer verstand. A lo cubano, botella de ron, tabaco habano, nanana na, lalala la …

Dann, gute vier Jahre später, die nächste Hymne, die dank Dirty Dancing 2 zum Salsa-Lern-Song Nummer 1 in den hippen Tanzschulen der Gegend wurde: Represent, represent, CUBA! Orishas … lalala … HAVAAANA!

Es vergingen weitere vier Jahre, da zogen Felder voller Olivenbäume am Fenster vorbei, während meine Freunde und ich mit frischem Abi in der Tasche durch den Süden Spaniens cruisten und schon ziemlich cool waren, wir verstanden jetzt sogar die Texte von dem, was wir da so mitsummten. Mit den coolen, beatlastigen Klängen war ein ganz bestimmtes Gefühl verbunden. Ein Wunsch nach Freiheit, die Sehnsucht nach Sonne und lauen Sommerabenden, einer Strandparty mit nem kühlen Drink in der Hand; und einfach mal den Kopf ausschalten.

Und dann, im Jahr 2009, sollte alles vorbei sein. Orishas, das feine Trio aus dem fernen Cuba, deren Message man von Song zu Song nur so halb verstand und sich doch irgendwie gleich mit dabei fühlte, trennten sich. Fürs Erste, denn glücklicherweise haben sich die Wege der Herren, deren Schläfenhaar mittlerweile in edlem silber-grau glänzt, sieben Jahre später wieder gekreuzt. Bislang noch ohne neues Album begeben sich Roldán, Yotuel und Hiram nun auf World Reunion Tour. Eigentlich auch mal nicht so schlecht, nach so langer Zeit nichts neues mitzubringen. So kann man sicher sein, sich auf richtig schön viel altes Zeug freuen zu können. Wobei, eine Ausnahme gilt es schon zu machen. Kein ganzes Album, jedoch einen neuen Song bringen uns die Burschen mit.

Der Beat ist moderner, lauter, radiotauglicher und etwas poppiger, als man es bisher gewohnt war. Was aber nicht schlecht ist, nur eben etwas anders. In sieben Jahren wird sich einiges getan haben und es bleibt abzuwarten, ob die Yoruba-Götter (das, was die Orishas nämlich ursprünglich sind) auf der Bühne weiteres neues am Start haben werden. Oder ob das Publikum mittleren Altersdurchschnitts dann doch eher synchron springen und choral singen wird. Zum heißen Scheiß von damals. Und dran denkt, wie cool und unbeschwert es war, sobald diese Flöte erklang, gefolgt vom scratchenden DJ, Percussion und Bläsern und einen sofort abholte, rüber zu den alten Karren und Zigarren: Cuba!

Orishas > Facebook // 12. Oktober // Muffathalle // Einlass: 19.30h // Beginn: 20.30h // Tickets ab 35 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen


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