15. bis 17. April
Münchner Science & Fiction-Festival

Boom-Dada-Boom! Auf dem Festival knallt es. Drei Tage lang wird urbane Kunst mit Wissenschaft gemischt – die Fantasie aus der Science Fiction als zusätzliches Element macht all das explosiv. Das führt zu Energieeffekten: neue Fusionen, Reaktionen, Lösungen. Vielleicht. Vielleicht auch mal nur zu Schall und Rauch. Das weiß man ja bei Experimenten nie so genau.

Was vor drei Jahren als kleines Filmfestival im Kinderkino geboren wurde, wuchs letztes Jahr zum interdisziplinären Wissenschafts- und Kunstfestival über drei Ausstellungshallen des Einstein-Kulturs und bespielt nun als Kleinkind alle vier Hallen auf 1.000 qm mit einem Programm, das pickepacke voll ist: Unzählbar viele Beteiligte aus allen denkbaren wissenschaftlichen und künstlerischen Disziplinen haben 7 Uraufführungen und 17 Programmpunkte inklusive einer Kunst- und Media-Art Ausstellung geschaffen.

Freitag um 18 Uhr gibt es zur Eröffnung statt großer Worte erstmal: Nix! Nadism nennt sich diese Bewegung. Bernhard Rauscher malt danach mit Licht, düst mit seiner Light-Show in die Pinakothek der Moderne und räumt die Bühne für den weltweit einzigen Science-Fiction-Slam, in dem dann auch der echte Quantenphysiker gegen die fiktionale Raumschrotthändlerin antritt. Das arg strapazierte Wort „Edutainment“ wird mit neuem Leben und Ideen aufgepäppelt. Natürlich geht es hier um die große Show und Spaß, aber auch darum, zeitgemäße Formen der Wissensvermittlung und Kommunikation zu finden.
Ab 21.30 Uhr gibt es dann Musik, auch ein Spoken-Beat-Konzert von Katrin Sofie F. & Der Däne –  eine Art Hip-Hop, aber Lichtjahre entfernt vom Bling-Bling-Po-und-Titten-Rap.

Am Samstag werden Premieren en masse rausgehauen: Kurzfilme, Dokus, Performances. Sci-Fi-Fan Dr. Rita Grünbein doziert über 50 Jahre Raumpatrouille Orion und es wird das absolute Scheitern gefeiert: Eine Million Euro in den Sand zu setzen und letztendlich davon persönlich zu profitieren – das ist eine Kunst, die wird in der Show Faultiverse gezeigt. Das erste Werk zum Big Bang ist das Highlight – eine kosmische Symphonie der Komponistin Verena Marisa, die unter anderem Schlagzeug, Violine, Turntables und Live-Visuals  zu einem audiovisuelles Urknall-Konzert zusammenführt. Und ja! Ihre beliebte Theremin ist auch dabei (wenn du es nicht kennst, google es, bist ja eh gerade online).

Am Familientag, dem Sonntag, wird gelesen und in der 1. Hebocon gekämpft. Die Crème de la Crap der Schrott-Roboter tritt im Fight gegeneinander an. High-Tech ist hierbei ausdrücklich verboten! Bei dieser Feier des technischen Dilettantismus ist nichts vorhersehbar, denn auch der strategisch ausgeklügeltste Favorit wird hier blitzschnell ausgeknockt vom äußerst soliden Schrott  – oder von seiner eigenen technischen Unzulänglichkeit. Hier geht auch mal ein Grundschüler inmitten von Cracks aus der Maker-Szene als Sieger hervor. Der Zufall entscheidet und ist König über Ruhm und Ehre in diesem Wettkampf. Und weil das alle wissen, nimmt sich hier nichts und niemand wirklich ernst. Das kann gerade vor einem Montag eine äußerst entspannende und unterhaltsame Angelegenheit sein.

Knall ist eben nicht Krawall, Seriosität nicht gleich Langweile. Hier geht es darum, aus der Komfortzone des Gewohnten herauszukommen. Denn nur, weil etwas vertraut ist, ist es noch nicht unbedingt ideal oder der Weisheit letzten Schluss. Und die Person, die zum ersten Mal Keksstücke in Eiscreme geschmissen hat, hat ja schließlich auch mal so gedacht. Manche Ideen sind eben der Beginn von ganz großartigen Dingen. Boom-Dada-Boom!


Münchner Science Fiction Festival 2016 >> Homepage // 15. bis 17. April // Einstein Kultur 


About Henrike Hegner

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Print- und Online-Redakteurin. Außerdem: die curt Twitter-Lady unseres Vertrauens >> twitter.com/curtmuenchen

2 Kommentare

  1. Liebe Frau Hegner,
    Danke für Ihre freshen Beiträge. Ich hätte jetzt gerne noch Ihr Foto geliked, aber da ist weit und breit kein Button in Sicht.
    Also so: viele Grüße an die Twitter-Lady

    Tanja / Antworten

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