curt liest:
Münchens schönste Biergärten

VERLOSUNG! Passt die Überschrift hier überhaupt? Einen Biergartenführer kann man im eigentlichen Sinne doch gar nicht lesen. Ist schließlich kein Roman, sondern eine Aneinanderreihung informativer Biergarten-Porträts.

Generell mag das stimmen. Das Zefix!-Autorenteam Martin Bolle, Ono Mothwurf und Markus Keller aber hatte anderes im Sinn. Fakten zu den einzelnen Biergärten aufzulisten und mit stimmungsvollen Fotos zu präsentieren: Das ist fad, das macht jeder. Das Team wollte ihre Liebe zur bayerischen Lebensart anders zum Ausdruck bringen – und schrieb eine Liebesgeschichte.

Die Liebe im Sommer
Soll ja durchaus vorkommen: Da sitzen wir in unserem Lieblingsbiergarten und plötzlich taucht die Liebe des Sommers, vielleicht des Lebens auf – und ist auch schon wieder weg. Was bleibt ist eine Verabredung für den nächsten Abend in irgendeinem anderen Biergarten. Das Problem: Biergärten gibt es in München viele.

Bleibt also nichts anderes übrig, als sich auf die Suche zu begeben und Neues in Sachen Prosit der Gemütlichkeit unter freiem Himmel zu erforschen. Das tut generell not, denn der gemeine Münchner kennt meist nur drei angestammte Locations: den Biergarten in der eigenen Hood, den beim besten Freund und den gleich um die Ecke vom Büro.

Wie aber stelle ich Biergärten vor, ohne auf altbekannte, aber dröge Muster zurückzugreifen? Ich erfinde eine Geschichte, in der ich ganz nebenbei und unterhaltsam verpackt Details rund um die jeweilige Lokalität einfließen lassen und wunderbar die Atmosphäre vermitteln kann. Entstanden ist so ein „spätromantischer Fotoroman mit 34 Münchner Biergärten in den Nebenrollen“. Ob’s die umgreifende Liebesstory wirklich braucht, ist Geschmackssache. Wer einen rein informativen Biergartenführer sucht, wird lieber zu anderen Werken greifen. Wer – so die Macher – „völlig nutzlosen Mehrwert“ liebt, liegt hier genau richtig.

Münchens schönste Biergärten curt

Die Liebe zum Bier(garten)
… kommt – bei aller Liebe zum anderen Geschlecht – selbstverständlich nicht zu kurz. Übersichtlich präsentiert Zefix! auf den jeweiligen Doppelseiten Adresse, Öffnungszeiten, Preise, Infos zu den Wirtsleuten, die Anzahl der Sitzplätze, die Spezialitäten des Hauses, Historisches und kurzweilige Anekdoten. Vom Augustiner-Keller über Tannengarten und Backstage bis hin zum Hinterbrühl und dem Leiberheim: 34 Mal gibt’s Outdoor-Gerstensaft auf einen Blick! Und das Werk wurde, wie im Vorwort betont, weder von Biergärten noch von Brauereien finanziert.


Die Liebe zum Detail
… ist bereits auf dem Cover in Form einer glänzenden Folienkaschierung mit Rautenmuster unübersehbar. Greifbar ist sie dank des robusten Einbandes aus dicker Pappe, der garantiert viele feuchtfröhliche Touren durch Münchens Biergärten unbeschadet überlebt. Dazu ausdrucksstarke Fotos und ein durchdachtes, angenehm unaufdringliches Layout. Kurzum: nicht zu viel, nicht zu wenig, gerade richtig.

Fazit: eine Reise durch Münchens Biergarten-Landschaft, kurzweilig verpackt in einer amourösen Jagd nach der Liebe des Sommers. Ein Buch zum Schmökern, zum Ausprobieren … und zum Verlieben!

All jene, die einen Neuen (Biergarten oder Partner) suchen, sind gut beraten, bei unserer Verlosung mitzumachen. 3 Bände von Münchens schönsten Biergärten liegen für euch bereit. Für ein Gratisexemplar möchte unsere Glücksfee allerdings eure Anekdote aus dem Biergarten zugeschickt bekommen. Schreibt an willhaben@curt.de mit Betreff „Liebesgeschichte“. Adresse nicht vergessen. Und denn, Prost!


Martin Bolle, Markus Keller, Ono Mothwurf: Münchens schönste Biergärten. Eine Liebesgeschichte. // Süddeutsche Zeitung Edition // 360 Seiten // ISBN 978-3-86497-288-1 // 19,90 Euro // VÖ: 09.04.2016

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About Mirjam Karasek

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Quasselstrippende Lektorin und Mutter eines ebenfalls sehr redseligen jungen Kerlchens. Geht gerne auf Überraschungskonzerte und Flohmärkte, liebt Kommas an der richtigen Stelle, Plüsch-Elche, 70er-Jahre-Lampen … Seit zwei Jahren mischt sie liebend gern bei curt als Online-Redakteurin und Lektorin/Schlussredakteurin beim Magazin mit.

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