Premiere in München
Clubfestival manic street parade

Stuttgart, Nürnberg, Hamburg, Köln und Berlin haben es vorgemacht. Sie alle haben seit einigen Jahren ein Clubfestival, welches Musik der aktuellen Popkultur verschiedener Länder vereint und auf die Bühnen bringt. Nun kommen wir Münchner dank eines neu gegründeten Vereins einiger bekannter Gesichter im Schlachthofviertel ebenfalls in den Genuss eines Festivals, bei dem sich 13 Künstler aus 8 Nationen in 5 Clubs die Klinke in die Hand geben.

Wir sprachen mit den Mitbegründern und Veranstaltern Julia Viechtl und Stefan Schröder über die manic street parade.

Ein Clubfestival in München: Wie kamt ihr auf die Idee?
Stefan: Entstanden ist das Projekt an einem Stammtisch für Musikschaffende, den Marc Liebscher (Blickpunkt Pop), Gerald Huber (In München) und Andi Barsekow (BR) vor einiger Zeit ins Leben gerufen hatten. Dort trifft sich einmal im Monat ein illustrer bunter Haufen von Plattenlabels, Veranstaltern, Bookern und Musikjournalisten. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Konzept eines Clubfestivals in München fehlt. Daraus hat sich dann eine kleinere Gruppe herauskristallisiert und diese Idee ausgesponnen, wie und wo das Ganze stattfinden könnte. Allein dieser Prozess hat schon relativ lange gedauert. Deswegen haben wir auch schon vor knapp zwei Jahren angefangen, darüber zu sprechen, da alle noch etwas anderes arbeiten und sich leider nicht 365 Tage im Jahr nur um unser Festival kümmern können.

Julia: Auch wenn es sich gerade so anfühlt. (lacht)

Aus wem besteht euer Team?
Stefan: Wir gründeten für die Umsetzung des Festivals den Zwischenprost e.V., der aus Marc Liebscher, Andreas Puscher (Selective Artists), Julia Viechtl (Feierwerk), Fabian Rauecker (SMUK-Promotion) und mir (Stefan Schröder/Ahoi Concerts) besteht und in den jeder sein Netzwerk und seine Fähigkeiten einbringt. So ist das Head of Booking an Andreas gegangen, der das Popnotpop und das Hello Pop! in Stuttgart veranstaltet. Marc, der in München wahnsinnig vernetzt ist, kümmert sich um Sponsorenakquise und Öffentlichkeitsarbeit. Ich habe mich selbst mehr der technischen Umsetzung angenommen. Fabian macht unsere komplette Social-Media-Betreuung. Julia hat sich um die visuelle Umsetzung mit einer Grafikerin gekümmert und ist diejenige, die uns immer wieder anschubst, damit wir auch unseren Aufgaben nachkommen.

Julia: Da ich ja auch die Vorstandsvorsitzende des Vereins bin. (lacht)

manic street parade curt München Interview

Standen curt Rede und Antwort: Julia Viechtl und Stefan Schröder

Euer Festival findet in 5 Clubs des Schlachthofviertels statt. Wie kam es zu der Standortwahl?
Stefan: Wenn du in München ein Clubfestival stattfinden lassen möchtest, stellen sich zwei Fragen. Du kannst es einmal über die ganze Stadt verteilen. Da lautet die Frage: Wie kommen die Leute von A nach B? Und Frage 2: Wo gibt es denn ein paar Clubs in Laufweite, die man den Besuchern auch zumuten kann? Daraus hat sich relativ schnell das Schlachthofviertel herauskristallisiert. Der Schlachthof selbst als super traditioneller Laden als Zentrum. Mit dem Strom und der Substanz haben wir zwei etablierte Musikläden in Laufweite und gleichzeitig zwei kleine Bars, das Pigalle und die Gruam, wo sicher etwas passieren wird, was im normalen Programm dort nicht stattfinden würde. Es gäbe noch ganz viele weitere Locations, wie etwa die Südstadt, aber wir mussten auch irgendwann einen Stopp einlegen.

Julia: Man muss irgendwann einfach einen Rahmen stecken, was man an diesem Abend hinbekommt. Und die fünf Läden passen genau zu unserem Programm.

Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Planung?
Julia: Wir sind fünf verschiedene Leute mit fünf verschiedenen Arbeitsweisen. Das ist durchaus interessant, sich auf einen Rahmen zu einigen.

Stefan: Tatsächlich war der Namensfindungsprozess sehr, sehr lang. Da gab es sehr viele Namen, die im Raum standen, und auch bei der Grafik gab es sehr viele Entwürfe, von denen nie alle überzeugt waren. Gerade wenn du das erste Mal so etwas veranstaltest, kannst du nicht auf Sponsoren und Bandakquise zugehen und sagen: „Wir machen im Herbst irgendwann so ein Clubfestival in München. Namen wissen wir noch nicht, wie es aussieht, wissen wir auch noch nicht.“ Es hat lange gedauert, bis dieses finale Konzept stand und vor allem auch geklärt war, mit wem wir zusammenarbeiten möchten. Wir haben uns allerdings schnell darauf geeinigt, dass wir gerne Hilfe annehmen, wir aber auf jeden Fall autark bleiben wollen, gerade was das Booking angeht.

Bald geht es ja los. Nervös?
Beide simultan: Mega!


Was gibt es jetzt noch zu erledigen oder könnt ihr nur noch laufen lassen?
Julia: Noch haben wir das Gefühl, dass wir relativ oft erklären müssen, was wir dort vorhaben. Dass es ein Clubfestival ist, auf dem 13 Bands aus 8 Nationen spielen werden. Dass man zu allen Konzerten gehen kann und sich somit seinen ganz eigenen Abend selbst gestalten kann.

Auf wen freut ihr euch ganz besonders?
Stefan: Ich persönlich freue mich total auf Lea Porcelain und Fai Baba. Und ich steh einfach auf Island, daher sage ich jetzt noch Mani Orrason.

Julia: Ich habe Carnival Youth auf dem The Great Escape Festival gesehen und diese Jungs aus Lettland haben mich weggeblasen. Die sind wahnsinnig jung und machen sehr gute handgemachte Musik. Mir war Musik aus Lettland zuvor auch noch nie bewusst im Kopf. Genau das ist eben eine schöne Sache bei so einem Festival: dass man auch Musik aus Ländern hört, die man sonst nicht auf dem Schirm hat. Ich finde es auch super, dass Fiva mit der Jazzrausch Bigband bei uns ihre neue Platte das erste Mal live spielen wird.

Und wen wolltet ihr unbedingt?
Stefan: Das geht tatsächlich wieder in Richtung Fiva. Als wir mitbekommen haben, dass da zwischen zwei Münchner Künstlern, also Fiva und der Jazzrausch Bigband, eine Zusammenarbeit entsteht, war uns klar, dass das super wird. Unsere Prämisse war nicht: Wir buchen bekannte Münchner Bands oder generell bekannte Bands. Zum einen aus Kostengründen und zum anderen geht dann der Entdeckungscharakter verloren. Wenn du aber die Chance hast, einen Headliner mit einem neuen spannenden Projekt zu bekommen, ist das für uns natürlich ein totaler Gewinn.

Eure Wunschvorstellung: Wo seht ihr die manic street parade in 10 Jahren?
Julia: Wir wollen definitiv, dass es noch mehr wird, noch mehr wächst, mit mehr Locations und wir so noch mehr Künstlern eine Plattform bieten können. Dass wir auch Münchner Künstler featuren können und dass man dementsprechend auch weiß von diesem Festival.

Stefan: Ob 10 Jahre reichen, weiß ich nicht, aber es wäre einfach schön, wenn dieses Festival ein bisschen dazu beitragen könnte, dass in München wieder – wie schon in den 70er-Jahren – sehr viel mehr los ist in der Musikszene. Es wäre schön, wenn wir dazu beitragen könnten, dass sich nicht nur Münchner Künstler und auch nicht nur Münchner Publikum wieder mehr mit anderen Sachen beschäftigen, sondern auch mehr Leute außerhalb von Münchens gerne für dieses Wochenende nach München kommen, hier eine gute Zeit haben, Leute kennenlernen, sich kennenlernen, Bands kennenlernen, die Stadt kennenlernen. Vielleicht wird damit auch dieses Münchner Klischeebild in anderen Städten aufgebrochen. Das sind schon sehr große Ziele.

Worauf dürfen sich eure Besucher ganz besonders freuen? Habt ihr noch Überraschungen im Gepäck?
Stefan: Es wird Überraschungen geben. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, die Tage vor dem Festival öfter mal auf die Homepage oder auf Facebook zu schauen. Ansonsten können sich die Leute auf ein buntes Programm freuen, durch das sie vielleicht auch in Läden kommen, in denen sie sonst nicht sind.

Danke für das Interview, Julia und Stefan!


manic street parade // 8. Oktober // Schlachthofviertel // VVK 25 Euro zzgl. Gebühren, AK 30 Euro
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