curt liest: Schorsch Kamerun – Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens

Respekt! Laut eigenen Einschätzungen zählt Schorsch Kamerun zu den 17 besten Menschen der Welt. Aus Münchner Sicht hätte er es ganz sicher auch in die Top Ten schaffen können. Warum? Der norddeutsche Sänger, Autor, Theaterregisseur und Clubbetreiber hatte mal eine oberbayerische Phase. 2010 ereilte ihn ein Ruf an die renommierten Kammerspiele unserer Stadt. Neben der Regie wollte Kamerun auch ein wenig Stadtteilentwicklung betreiben, nachdem er sich in Berg am Laim, der stillen Schönheit hinter dem Ostbahnhof, verguckt hatte. Ein szeniges In-Viertel wollte er dort erschaffen, das Soho rechts der Isar quasi. Letztlich ist daraus nichts geworden, denn den guten Mann zog es bald wieder an die Küste und Berg am Laim muss weiterhin mit sich alleine klarkommen.

Nun zum Buch. Wie diverse andere Künstler aus dem Dunstkreis des Golden Pudel Clubs griff der ein Jahr vor dem bundesrepublikanischen Babyboom geborene Schleswig-Holsteiner zu Stift und Papier und füllte behände 250 Seiten mit vielen kleinen Buchstaben. Raus gekommen ist dabei eine Mischung aus Autobiografischem und Zeitgeschichtlichem. Erzählt wird die Geschichte von Horsti. Einem Jungen, der mit seiner Jugend, seinem Wunsch nach Rebellion und den Tücken der Provinz klarkommen muss. Zum Glück gibt es Gleichgesinnte, Dosenbier und Punkrock. Der Ruf als Anarchist will rund um den Bonanzagrill in Süderbrarup hart erarbeitet werden. Da kann man keine Rücksicht nehmen auf Eltern, Lehrer und kapitalismusaffine Lehrherren.

Das Buch liest sich deutlich weniger sperrig als sich eine Goldene-Zitronen-Platte anhört. Ziemlich sicher eines der 17 besten Bücher, die Schorsch Kamerun geschrieben haben wird. Nun warten wir alle auf Ted Gaiers Ulmer Geschichten.


Schorsch Kamerun – Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens // Ullstein Verlage // 256 Seiten // ET: März 2016
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