curt war da: KAKKMADDAFAKKA im Freiheiz

KAKKMADDAFAKKA, Freiheiz, 13.4.2016

Alles, was Erlend Øye anpackt, wird zu Gold. Kings of Convenience, The Whitest Boy Alive, seine Soloprojekte (wie zuletzt sein großartiges Album „Legao“ 2014). Deswegen war der Weg von KAKKMADDAFAKKA praktisch vorgezeichnet, als Øye die Rolle des Produzenten für ihr zweites Album „Hest“ übernahm. Und nach einem fast nur in ihrer Heimat beachteten Debütalbum spielten sich die Norweger mit „Hest“ und den Übersongs „Restless“ und „Your girl“ tatsächlich und ruckzuck in die Herzen des kontinentaleuropäischen Indiepop-Volkes. Melt, Hurricane, Southside, Rock im Park, Rock am Ring, Taubertal, MS Dockville, Chiemsee Reggae Summer – KMF waren und sind überall. Und momentan sind sie mit ihrem vor Kurzem erschienenen vierten Album „KMF“ quer durchs Land unterwegs.

Allerdings sind übertriebene Erwartungen immer was Gefährliches, auch bei Konzerten. Bei KAKKMADDAFAKKA aber kann man sich sicher sein. Da geht man hin und denkt sich, „yeah, das wird bestimmt richtig fett“ und wenns dann so weit ist, wie gestern in der Freiheizhalle, dann haut es einen doch aus den Latschen.

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Eine ausverkaufte Hütte ist schon mal ein guter Anfang. Und das Freiheiz ist außerdem bestimmt eine der besten mittelgroßen Konzert-Venues Münchens mit ihren hohen Backsteinwänden und der starken Akustik (anders als z.B. das verschriene, aber auch viel größere Zenith). Jedenfalls war die Halle schon weit, bevor KMF die Bühne stürmten,  (und das taten sie wirklich) gut gepackt, der Support-Act Satellite Stories aus Finnland  ist ja auch nicht gerade unbekannt in der Szene. Er wurde dann aber doch eher zur Randnotiz und von einem Ausbruch an KMF-Energie förmlich davongeblasen: Die Jungs legten eine Show hin, bei der einem das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht wich.

Wenn die beiden Brüder Axel und Pål, die sich so ein bißchen die Rolle des Frontmannes der Band teilen, auch als Kinder so hyperaktiv durch die Gegend gesprungen sind, muss das keine leichte Zeit für ihre Eltern gewesen sein. Hochgradig ansteckend ist das Ganze und daher springt und tanzt von Anfang an auch praktisch die gesamte Halle mit, wobei es bei Songs wie „Restless“ eskalative Züge annimmt – die Absperrung zum Bühnengraben hüpft einfach mit. KMF wissen genau, was gut ist für das tanzende Volk vor ihnen, sind routiniert (kein Wunder bei der Festival- und Konzerthistorie) und sowas von sympathisch, dass man sie gern zur nächsten Privatfeier einladen würde. Schade, dass sie nicht gleich nochmal spielen. Voll wär’s bestimmt wieder.

Text und Fotos: Philip Klinger >> Blog


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