„Kabale und Liebe“ im Residenztheater

„Ich fürchte nichts – nichts als die Grenzen deiner Liebe.“

Der Titel sagt schon alles: Hier geht es um Intrigen und die Liebe. Konkreter um die Amour fou einer Bürgerlichen und eines Adeligen – eine Liebe, die damals nicht sein durfte.

Luise Miller, die Tochter des Stadtmusikanten, und Ferdinand von Walter, der Sohn des Präsidenten, verlieben sich mit Haut und Haaren ineinander. Ferdinands Vater, Präsident von Walter, ist natürlich gegen diese unsittliche Beziehung. Viel lieber will er seinen Sohn an der Seite der Mätresse des Fürsten, Lady Milford, sehen. Und auch Luises Vater sieht keine Zukunft für die Liebe fernab der Standesgrenzen. Der Präsident und sein Sekretär Wurm spinnen eine boshafte Intrige und die unaufhaltsame Katastrophe nimmt seinen Lauf.

Kabale und Liebe curt München Residenztheater

v.l. Miguel Abrantes Ostrowski (Hofmarschall von Kalb), Johannes Zirner (Ferdinand); Foto: Matthias Horn

Das Bürgerliche Trauerspiel wurde 1784 uraufgeführt und sollte ursprünglich den Namen der Protagonistin „Luise Millerin“ tragen. Als „Kabale und Liebe“ wurde es bekannt und ist bereits seit zwei Jahren auf der Bühne des Residenztheaters zu sehen. Herausragend sind hierbei die Leistung zweier Darsteller und das puristische Bühnenbild. Wenn Luise Miller (Andrea Wenzl) und ihr Vater (Götz Schulte) auftreten, ist es mucksmäuschenstill im Saal. Zu groß ist die Angst, etwas von der einzigartigen Mimik, Gestik und schauspielerischen Leidenschaft der beiden zu verpassen, mit der sie ihre Mitstreiter auf der Bühne an die Wand spielen.

Das imposante, düstere Setting, entworfen von Stéphane Laimé, wirkt kühl und fast schon deprimierend: verstreute Asche auf dem Boden und ein riesiger beiger Gummi-Kubus, der die Darsteller an den Bühnenrand drängt. Der gigantische Würfel mit eingelassenen Türen lässt sich drehen und verschieben, Personen verschwinden in ihm und werden wie von einem Vulkan wieder auf die Bühne gespuckt.

Regisseurin Amelie Niermeyer schafft es mit ihrer Inszenierung, das Publikum zwei Stunden in ihren Bann zu ziehen. Bis zur letzten Minute fiebert man mit dem jungen Liebespaar mit, entwickelt Sympathien, Antipathien und Emotionen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Mitgefühl, Freude, Wut, Angst und schließlich Trauer. Denn Happyends gibt es nur in Hollywood!


„Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller // 22. März // 19 Uhr // Residenztheater

Regie: Amelie Niermeyer // Bühne: Stéphane Laimé // Kostüme: Kirsten Dephoff // Musik: Cornelius Borgolte // Licht: Gerrit Jurda // Video: Meike Ebert // Dramaturgie: Andrea Koschwitz

Wolfram Rupperti: Präsident von Walter // Johannes Zirner: Ferdinand // Miguel Abrantes Ostrowski: Hofmarschall von Kalb // Hanna Scheibe: Lady Milford // Shenja Lacher: Wurm // Götz Schulte: Miller // Andrea Wenzl: Luise


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