Im Gespräch: Sivert Høyem

Schade, auf ihrer kurzen Europa-Tour bekommen Münchner die neu gegründete Band Paradise leider nicht zu sehen. curt-Redakteurin Linda Maier hatte jedoch die Gelegenheit, dem norwegischen Musiker Sivert Høyem (ehemals Madrugada) Infos zu seinem neuesten Projekt zu entlocken.

Auf deiner Facebook-Seite ist zu lesen, dass du es sehr vermisst hast, Teil einer festen Band zu sein, nachdem sich Madrugada aufgelöst hat. Jetzt aber hättest du wieder die richtigen Leute gefunden. Wie genau habt ihr euch kennengelernt?
Im Herbst 2005 war ich zu einem Konzert von Marianne Faithfull in Oslo eingeladen. Rob Ellis und Rob McVey spielten in ihrer Band. Ich habe Rob Ellis zuvor schon einmal getroffen – er unterstützte uns 2003 in Berlin bei einem Madrugada-Song am Schlagzeug, aber ich hatte ihn seit damals nicht gesprochen. Schon als ich jung war, habe ich ihn jedoch für seine Leistung als Musiker bewundert. Mit ihm in einer Band zu sein, ehrt mich. Rob McVey kannte ich vorher noch nicht, sein Talent an der Gitarre hat mich aber beim Konzert in Oslo umgehauen. Wir haben angefangen, über Musik zu fachsimpeln, und über die Möglichkeit gesprochen, zusammen eine Band zu gründen, während wir nach der Show durch Oslos Kneipen zogen. Zu dritt haben wir dann seit etwa einem Jahr am Projekt „Paradise“ gearbeitet. Simone Butler, die Bassistin von „Primal Scream“, stieß erst kürzlich nach wochenlangen Proben in London zu uns. Sie ist eine ausgezeichnete Musikerin und wir haben von Anfang an gespürt, dass gemeinsam die Chemie als Band stimmt.

Was genau macht die Zusammenarbeit mit Rob Ellis, Rob McVey und Simone Butler so besonders – verglichen mit der Kooperation mit anderen Musikern aus deiner Zeit als Solokünstler?
Es ist etwas ganz anders, obwohl ich ja aus meiner Zeit mit Madrugada bereits weiß, wie es ist, über viele Jahre Teil einer Band zu sein. Nachdem ich jetzt jedoch sehr lange als Solokünstler unterwegs war, fühlt sich die eingeschworene Gemeinschaft einer Band sehr gut an. Manchmal engt einen eben gerade die eigene Geschichte ein – die Erwartungen der Leute bzw. alles, was man bereits an Songs veröffentlicht hat. Paradise fühlt sich an wie ein Neustart und zusammen neue Songs zu schreiben, ging von Anfang an ziemlich gut.

Der Sound eurer Band wird von euch als „expressive, explosive music“ beschrieben. Wann gibt es das erste Mal etwas davon zu hören? Ist ein Album geplant?
Wir möchten 2017 ganz klar etwas veröffentlichen. Ob es ein ganzes Album wird, eine EP oder einfach ein paar einzelne Songs, ist im Moment noch unklar. Früher oder später kommt das Album aber bestimmt!

Warum habt ihr euch für den Namen „Paradise“ entschieden? Inwieweit hat es etwas eurer Beschreibung „Decay is always under the surface of Paradise. The luxuriant canopy of a jungle is born of a rotting undergrowth“ zu tun?
Die Umschreibung unserer Band als „üppige Vegetation, die aus verrottetem Untergrund sprießt“ klingt gleichzeitig wie eine hübsche Definition von Rock ‘n‘ Roll für uns – oder zumindest wie unsere Version davon. Wir haben uns auch Paradise genannt, weil die Band für uns ein kleiner, vor den zunehmend unschönen Geschehnissen der Welt geschützter Bereich ist bzw. unsere Art darstellt, dem entgegenzutreten. Luxus und Verfall … das sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Als eine Beschreibung der Band ist das ganz witzig.

Wird Paradise dieses Jahr ein Konzert in Deutschland geben? Wenn ja, kannst du uns schon jetzt verraten, wann und wo?
Wir gehen im April 2017 auf eine kurze Europa-Tour, um Paradise bei den Leuten bekannt zu machen. Uns geht es viel um die Energie, die Live-Auftritte hervorrufen, und wir wollen damit so früh wie möglich loslegen – auch wenn wir noch keine Songs so richtig veröffentlicht haben. Es sollen erst mal kleine, heimelige Bühnen sein. In Deutschland werden wir am 19.04. in Köln im Blue Shell, am 20.04. in Dresden im Beatpol und am 22.04. in Berlin im „Musik & Frieden spielen.



Wenn Sivert und Paradise in Zukunft doch noch nach München kommen, erfahrt ihr es von uns!

Sivert Høyem > Homepage > Facebook // Paradise > Homepage > Facebook


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