Gehört: Högni – Two Trains

Island ist mit seinen gut 340.000 Einwohnern das am dünnsten besiedelte Land Europas. Gleichzeitig gibt es in dem kleinen Land eine kulturelle Vielfalt und hohe Dichte an Musikern und Bands die mit kaum einem anderen Land auf dem Kontinent zu vergleichen ist. Högni Egilsson ist einer von ihnen. Mit seinen blonden Haaren, dem dichten Bart und einem durchdringenden Blick würde der Hüne jeder nordischen Viking-Metal Band perfekt ins Lineup passen. Aber weit gefehlt. Högnis Herz ist bestimmt nicht aus Stahl. Dafür sind die beiden Protogonisten die Högni zu dieser Platte inspiriert haben true brothers of steel. Minør und Pionér waren zwei Lokomotiven die zwischen 1913 und 1917 während des Baus des Hafens von Reykjavik ihren Dienst taten. Mit dem Schicksal dieser beiden Zugmaschinen schloss Högni eine Art Seelenverwandtschaft und der gefeierte Multiinstrumentalist verarbeitet auf Two Trains eine schwierige Periode in seinem Leben.

In aller Melancholie steckt dabei aber auch ein Optimismus, der so wohl nur aus Island kommen kann. Die Rhythmen tuckern, es klirrt metallisch und über allen thronen brütende Choral-Arrangements, die typisch für Islands Volksmusik sind.

Högni – Two Trains // Erased Tapes / Indigo VÖ: 20.10.2017 // > Homepage 


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