Elektra @ Bayerische Staatsoper

Die Oper von Richard Strauss, die 1909 uraufgeführt wurde, handelt von einer Frau, die sich eines geschworen hat: Rache. In der Bayerischen Staatsoper wurde die Tragödie aus der griechischen Mythologie von Herbert Wernicke inszeniert und begeistert das Publikum heute noch genauso wie bei der Premiere von 1997.

Der trojanische Krieg ist vorbei und in Mykene spielt sich eine Familientragödie ab. König Agamemnon wird nach seiner Heimkehr aus dem Krieg kaltblütig ermordet – von seiner Frau Klytämnestra und deren Geliebten Aegisth. Für Elektra, die Tochter von Agamemnon und Klytämnestra, heißt das eines: Sie will Rache. Sie wartet nur darauf, dass ihr Bruder Orest heimkehrt, sodass sie gemeinsam die Mörder ihres Vaters umbringen können. Als Elektra die Nachricht vom Tod ihres Bruders bekommt, will sie den Mord mit ihrer Schwester Chrysothemis durchführen, welche sich aber weigert, Elektra zu helfen. Plötzlich taucht ein Bote auf, der sich Elektra gegenüber als Orest enttarnt. Wird das rachsüchtige Geschwisterpaar ihre eigene Mutter und deren Geliebten, die Mörder ihres Vaters, töten? Oder endet das Stück für die beiden Rächer tragisch?

Elektra curt München

Die dissonanten, mitreißenden Melodien, gespielt vom Bayerischen Staatsorchester unter der Leitung der australischen Dirigentin Simone Young, unterstützen die dramatische Atmosphäre. Die Bühne ist optisch sehr puristisch und abstrakt gehalten und wird von einer schwarzen Mauer umgeben, sodass das Bühnenportal in ein dunkles Licht getaucht wird. Dadurch bleibt nur wenig Spielfläche, der Fokus wird so aber auf die Schauspieler, allen voran Evelyn Herlitzius als Elektra und René Pape als ihr Bruder Orest, gerichtet. Nur einige Male wird der Blick auf die eigentliche Bühne freigegeben, die das Innere des Palasts darstellen soll. Ansonsten spielt sich die Handlung ausschließlich draußen vor dem Palast ab.

Der 2002 verstorbene Opernregisseur Herbert Wernicke sagte selbst über seine Inszenierung: „Das Stück braucht szenisch sehr viel Ruhe. Elektra z.B. wird am Schluss nicht tanzen; der Zuschauer wird gezwungen, ihr in die Augen zu sehen. Nichts passiert, aber das mit Spannung.“


Elektra – Oper von Richard Strauss // Inszenierung von Heribert Wernicke // 13., 16. 22. April // 19.30 Uhr // Bayerische Staatsoper/Nationaltheater // Tickets von 10–132 Euro
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