Ab 26. Januar
Der gute Tod @ Metropoltheater

Der niederländische Dramaturg, Schauspieler und Regisseur Wannie de Wijn hat mit „Der gute Tod“ 2008 ein Stück zum Thema Sterbehilfe voll melancholischer Schönheit und zwischenmenschlichen Witz geschaffen, das aber nicht auf die Tränendrüse drückt oder in die Banalität abrutscht. Seit 2001 existiert in den Niederlanden das Euthanasiegesetz, das Patienten das Recht gibt, einen Arzt um Hilfe bei der Beendigung ihres eigenen Lebens zu bitten. Dem Arzt ist dies gestattet, solange es sich um einen unheilbaren und unerträglichen Krankheitsverlauf handelt.

Am 26. Januar hat das Stück in der Inszenierung von Theaterregisseur, Metropoltheater-Mitbegründer und -Intendant Jochen Schölch im Metropoltheater in Freimann Premiere.

Metropoltheater

Foto: Jakob Piloty

Was hat sie dazu bewegt, die Inszenierung des Stückes „Der gute Tod“ zu übernehmen?
Nachdem sich letztes Jahr der Bundestag nicht dazu durchringen konnte, eine grundlegende Reform des Paragrafen bzgl. der Sterbehilfe durchzusetzen, halte ich es für dringend geboten, die ethischen und rechtlichen Fragen in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen oder vielmehr eine solche überhaupt anzuregen. In diesem Stück wird insbesondere die Reaktion des sozialen Umfeldes auf eine selbstbestimmte Entscheidung thematisiert. Das ist deswegen wichtig, weil ein selbstbestimmter Tod nie eine nur individuelle Entscheidung sein kann, sondern immer auch vom sozialen und familiären Umfeld beeinflusst wird.

Welche Berührungspunkte hatten Sie in Ihrem Leben mit dem Tod bzw. Sterbehilfe?
Es gab in meinem näheren Umfeld einige Personen, die für sich das Recht auf selbstbestimmtes Sterben in Anspruch genommen haben und dabei habe ich wahrgenommen, wie belastend es für die betroffenen Personen war, neben der Schwere der Entscheidung auch einen strafrechtlichen Aspekt berücksichtigen zu müssen.

Was ist Ihrer persönlichen Meinung nach ein „guter“ Tod? Gibt es überhaupt einen „guten“ Tod?
Für mich ist eindeutig ein guter Tod ein schmerzfreier Tod. Hierbei meine ich nicht die unvermeidlich eintretenden körperlichen Schmerzen, sondern den seelischen Schmerz der Einsamkeit, des Loslassens und des Gefühls, nicht gelebt zu haben. Das Bereuen der verpassten Chancen, der ungeklärten Konflikte und der ungelebten Liebe sind meines Erachtens die Schmerzen, die den Sterbenden am meisten belasten.


Was erwartet den Zuschauer bei Ihrer Inszenierung?
Für uns ist das höchste Ziel der Arbeit, eine sorgfältige und genaue Auseinandersetzung mit dem Thema. Es geht darum, Halbwissen und Klischees zu vermeiden. Die Größe des Themas verlangt eine theatrale Umsetzung jenseits von künstlerischen Moden.


Der gute Tod // Metropoltheater München // Premiere: Donnerstag, 26. Januar, 20.00 Uhr // Weitere Vorstellungen und Kartenvorverkauf  > siehe Homepage

Der gute Tod von Wannie de Wijn // Deutsch von Stephan Lack // Regie: Jochen Schölch // Bühne: Thomas Flach // Kostüme: Sanna Dembowski // Licht: Hans-Peter Boden // Dramaturgie: Katharina Schöfl


Die Gewinner unserer Freikartenverlosung wurden gezogen und per Mail informiert!

 

 


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3 Kommentare

  1. Ich freu mich total den Curt entdeckt zu haben, endlich wieder ein stilvolles Magazon für München! Macht weiter so, ich lese euch ab jetzt regelmäßig!

    Moni / Antworten
  2. Nochmals ❤lichen Dank für die Karten, eine wunderbare Vorstellung in einem großartig kleinen Theater, die große Bühne der Schauspielkunst. Das Metropol ist ab heute mein neues Lieblingstheater, danke!

    Rosmarie / Antworten

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