curt war da: The XX

Sie kamen leise. Und so gingen sie auch. Der Eindruck, den sie hinterlassen haben, war jedoch atemberaubend. Das Londoner Dream Pop Trio The xx war am Freitag im ausverkauften Zenith zu Gast und begeisterte durch und durch.

Eine sehr entspannte Stimmung erwartete uns in einer riesen Schlange vor der Halle. Die Münchner wollten die Engländer unbedingt sehen. Zwar waren sie 2010 in München das letzte Mal gesehen worden, säen ihre Auftritte sonst aber eher spärlich. So wollte sich niemand die Chance entgehen lassen.

The xx - Livekonzert

Foto: Michael Dengler

Foto: Michael Dengler

Foto: Michael Dengler

2005 gegründet dauerte es vier Jahre zu ihrem ersten Album „xx“ und löste einen weltweiten Hype um die Anfang 20-Jährigen aus. Der Song „crystalised“ schuf eine völlig neue Welt des auf die Spitze getriebenen Minimalismus und traf trotzdem direkt ins Herz. Böse Zungen behaupten nun, dass man sich bei dem aktuellen Album „Coexist“ leider nur wiederholen würde, live sind gerade aber die neuen Stücke eine Ohrenweide.

Foto: Michael Dengler

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xx 8

Foto: Michael Dengler

 

Es ist ein wahres Sinneserlebnis The xx mitzuerleben. Wie sich ein Schleier der Entschleunigung über das Publikum legt und einige Tausend langsam verstummen. Bis zum dritten Lied – und das ganze Zenith sang „Crystalised“. Gänsehaut pur! Einige Songs später verließ das Trio die Nähe zu den Aufnahmen der Alben und remixte sich selbst dauerhaft, ohne die eigentliche Musik zu verändern. Nur etwas tanzbarer und live-tauglicher möchte man sagen. Und genauso baute sich die Bühnenshow immer weiter auf. Angefangen vor einem schwarzen Vorhang kam immer wieder ein Puzzlestück hinzu – bis am Ende ein riesiges X über der Bühne in Visuals getaucht und Nebel gefüllt erschien und auch die restlichen Sinne verwöhnte.

Diese Band ist kurz gesagt einfach einzigartig. Sowohl die Musik als auch die Show ist der perfektionierte Minimalismus und doch so emotional. Es ist nur zu empfehlen, die nächste Chance zu nutzen und sich von diesen Momenten entschleunigen zu lassen.

TEXT: JENNIFER MERKOFF // FOTOS: MICHAEL DENGLER