17. November
Casper @ Zenith *AUSVERKAUFT*

Schmeißt das gottverdammte Flutlicht an! Casper ist zurück und mit ihm keine stocksteife Puppe mit Hand im Arsch, sondern der springende Teufel höchstpersönlich. Inklusive Skinny Jeans, schiefem Cap und der fordernsten Stimme im deutschsprachigen Rap seit Dendemann. „Lang lebe der Tod“ schallt es schon seit über einem Jahr aus den Speakern, doch endlich ist es da: Caspers Magnus Opus und mit ihm seine größte Tour überhaupt. Am Freitag, den 17. November heulen die Sirenen in München im schon jetzt ausverkauften Zenith auf.

Selten musste man auf ein Album so sehnlichst warten und doch war es nur knapp ein Jahr. „Lang lebe der Tod“, das ewig herbeigewünschte Lebenszeichen des Ausnahme-Reibeisens Benjamin Griffey alias Casper ist da. Und tatsächlich hat es das Album des Rap-Rockers aus Lemgo in sich, ist es nicht zuletzt einem Bad aus Depressionen, Abschottung und Isoliertheit entsprungen. 10 Tracks zeugen von Selbstzweifel, dem Wunsch nach Ruhe und dem Leben im Blitzgewitter. Doch Casper wäre nicht Casper, wenn es nicht auch Licht am Ende des Tunnels gäbe.

Viele Hoffnungsschimmer brechen das Taschenlampenflimmern in den dunklen Höhlen, von denen er erstaunlich offen in seinen rar gesäten Interviews spricht.

Und auch wenn der ein oder andere ob der ins Unermessliche getriebenen Erwartungshaltung mehr erwartet hätte, muss man eingestehen, dass Casper mit „Lang lebe der Tod“ ein Meilenstein der experimentierfreudigen Rap-Musik gelungen ist. Mit Produzenten-Ass Markus Ganter an der Hand wagt sich der privat eher scheue Rock-Rapper auf Nackenbrechern wie „Sirenen“ oder dem Titeltrack auf dünnes Eis. Der Ritt mit den apokalyptischen Reitern gelingt ihm dabei jedoch grandios. Und wer schafft es bitte im Vorbeigehen, Namen wie Blixa Bargeld, Sizarr, Portugal the Man oder Drangsal auf einem Album zu vereinen?

Wer diesen Sommer auch ein Auge auf die Festivals der Republik geworfen hat, wird am alten Ca$$ler nicht vorbeigekommen sein. Ein absoluter Coup war auch die dritte Auflage der guerillamäßigen catchcasper-Shows, die dank einer erztreuen Fangemeinde zum Bersten gefüllt waren. Für seine in diesen Herbst verlegten Headline-Shows sieht es ähnlich aus. Die ersten Hallen sind bereits ausverkauft, denn von den Maden zerfressen ist Casper noch lange nicht und verschweigt konsequent das Schweigerecht.

Einen Faustschlag gegen Dagi Bee und Co. sowie all die grauen Herren oben in den Logen wird es am 17. November mit grellen Lichtern und lauten Sirenen im Zenith geben. Und wir skandieren im Ascheregen vorm Stacheldraht: „Lang lebe der Tod, unser täglich Brot.“ Casper ist lebendig wie nie! Lage SNAFU, ganz normal.

Casper > Homepage // Support: Fatoni  // 17. November // Einlass: 17:00 Uhr // Beginn: 19:00 Uhr // Zenith // AUSVERKAUFT!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*