13. Mai
Bryan Ferry im Circus Krone

Ein Lehrgang in Eleganz

Leicht brüchig ist sie geworden, die Stimme, die in den 1970er Jahren mit ihrem außergewöhnlichen Vibrato, die Herzen der Glam-Rock-Fans berührt hat, wie es sonst nur die bereits verstorbenen David Bowie und Marc Bolan schafften. Zur Erzeugung dieses ganz bestimmten Bauchschussgefühls, das sonst nur unglückliche Liebe oder eben eine 45-er-Magnum hervorrufen, reicht es aber noch bei Weitem.

Bryan Ferry, Wirt des beschriebenen Organs, Frontmann der flamboyanten Art-Rocker Roxy Music und elder Statesman des Yacht-Pop, hat es geschafft in mittlerweile fünf Jahrzehnten einen musikalischen Werdegang hinzulegen, der so abwechslungsreich, wie stilsicher ist. Vom androgyn gekleideten Rocker über den cool croonenden british Gentleman zum ehrfürchtigen Interpreten von Songs aus fremder Feder (Bob Dylan, John Lennon, Amy Winehouse…): Stets kann man sich sicher sein, dass Ferry  genau weiß, was er tut und dass sein Anzug dazu passt.

Auf Tour geht der mittlerweile 71-jährige Commander of the British Empire – den Titel bekam er 2011 von Queen Elizabeth II. persönlich verliehen- immer noch regelmäßig. Ob mit Dixieland-Kapelle, wie 2012 zu seiner Platte „The Jazz Age“ oder in klassischer Rockbesetzung wie zum gefeierten Album „Avonmore“ von 2014 – Bryan-Ferry-Konzerte überzeugen mit einer Songauwahl, die Klassiker genauso abdeckt, wie Unerwartetes aus wilderen Roxy-Music-Zeiten. Keineswegs langweilige Lieder von aktuellen Alben zeigen zudem, dass Bryan the cryin‘ Lion (wie er leider nicht genannt wird) immer noch Songs schreiben kann, die Relevanz besitzen und dabei unverschämt schnell in die Hüften gehen. Wer (Glam-)Rockmusik sucht, die ein gesundes Maß an altersweiser Ironie ausstrahlt, kommt auf aktuellen Bryan-Ferry-Alben und -Konzerten voll auf seine Kosten. Hohe Singer/Songwriter-Kunst ohne verkitsche Lagerfeuer-Romantik sozusagen.

Live besonders interessant sind auch seine bereits angesprochenen Versionen bekannter und obskurer Songs großer Pop-Kollegen. Wer einmal erlebt, wie diese personifizierte Eleganz  „Back To Black“ von Amy Winehouse oder Dylan’s „Don’t Think Twice, It’s Alright“ auf die Bühne bringt, der verzeiht ihm sogar fast seine etwas komische Einstellung zur Fuchstreibjagd. (Googlet das lieber nicht.)

Wer nun Lust auf eine Show des letzten lebenden Königs des Glamrock bekommen hat: Am 13. Mai, wird Bryan Ferry für einen Abend im Circus Krone residieren. Kommet und verneigt euch, ihr Untertanen des artsy Glam-Rock.

Bryan Ferry > Homepage // 13. Mai im Circus Krone // Support: EARL // Beginn: 20 Uhr // Ausverkauft!!


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