24. Mai
curt präsentiert: British Sea Power

Es braucht schon eine gestandene Band aus dem Empire, um die derzeitige Befindlichkeit des Landes treffend zu umschreiben und genau diese Sentiments auf Platte zu bannen. Und so hissen British Sea Power nach kurzer Schaffenspause wieder die Segel, stechen in See und lassen die Säbel rasseln. Ihr Feindbild? Ein klares:

“politicians perfecting the art of unabashed lying, social media echo chambers and electronic toys to keep us befuddled.”

Folgerichtig verschickt der Vierer von der Insel wieder einmal die Einladung zur Flucht aus dem internationalen Wahnsinn. Gewohnt zweideutig, visuell mindestens inspirierend und akustisch in Form ihres neuen Freiheits-Manifests „let the dancer inherit the party“ in höchster Ohrwurmqualität ohne jede Gefälligkeit.

Dabei haben es sich die Briten zwischen Post-Punk und opulentem Stadion-Pop gemütlich gemacht, ganz ohne Rast und Rost. Die Birnen in ihrer Werft hörten scheint’s nie auf zu glühen und so gelingt es British Sea Power, einen der wohl strahlendsten musikalischen Leuchttürme im dicken Nebel des Brexit zu errichten.

Seit nun fast 17 Jahren führt die Band ihr bittersüßes Regiment fort, freut sich zwar noch lange nicht über annähernd so viele Jubiläen wie die Queen, dafür aber über eine beachtliche Diskografie und diverse Expansionsprojekte in die Filmwelt bis hin zum Buche. Vom Tsunami des Mainstream haben sie sich bisher nicht fortreißen lassen, dafür sind ihre Geschütze zu fokussiert.

Doch nicht nur mit einem mächtigen Katalog an Handelsware machen British Sea Power ihrem Namen alle Ehre. Die Flottenadmiräle Yan Scott Wilkinson (Gesang, Gitarre), Martin Noble (Gitarre, Keyboard), Neil Hamilton Wilkinson (Bass, Gesang, Gitarre), Matthew Wood (Schlagzeug), Abi Fry (Violine, Keyboard) und Phil Sumner (Keyboard, Gitarre) haben sich tatsächlich aus sämtlichen Winkeln des Empires zusammengefunden, um Europa den Kopf zu waschen. Ein wenig Cumbria, eine Kante Yorkshire, die Schippe Ealing noch drauf und zu guter Letzt etwas Shropshire – die Musik, die wird jedoch stilecht in Brighton auf die Tapes gebannt. Dass man sich mittlerweile jedoch in East Sussex, also auf der der schottischen Isle of Skye zum Randalieren trifft, ist dabei gar nicht mehr verwunderlich.

„Never was so much owed by so many to so few“, sprach Winston Churchill einst, als die Invasoren schon knapp durch die Tür waren. Der Vergleich mag ein wenig hinken, doch ein wenig Wahres wohnt ihm inne. Denn wenn sich Großbritannien wie so viele Länder in Europa in postfaktischen Zeiten nicht wie der Garten Eden geriert, so ist es gerade die Musik aus den eigenen Reihen, die Brücken schlägt, Landesgrenzen hinter sich lässt und Menschen verbindet.

Am 24. Mai liegt der Dampfer von British Sea Power schließlich auch in München vor Anker. Sehr politisch, antifaschistisch und pro-immigrant wühlen sie in der Vergangenheit, um uns genau das zu geben, was wir jetzt brauchen. Support: Pictish Trail > Facebook

Was ihr definitiv noch zu eurem Glück braucht, sind Freikarten. curt verlost 3 x 2 Gästelistenplätze. Schreibt uns eine E-Mail an willhaben@curt de mit Betreff „British Sea Power“ und die Glücksfee gibt ihr Bestes. Toi toi toi.

Unsere Verlosung ist aus und vorbei. Die Gewinner wissen Bescheid.


curt präsentiert: British Sea Power // 24. Mai // 20.30 Uhr // Strom // VVK 18 Euro zzgl. Gebühren
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