1. Dezember
Big Country

Kann man denn wirklich noch irgendwas neu erfinden? Oder kommt am Ende des Tages nicht doch einfach alles wieder, was schon mal da war? Back to Vinyl, weißen Tennissneakern und Oldschooltattoos; Synthiepop und Neon, Jeansjacken und Plateauschuhen. Und die ersten sehr exklusiven Undergroundbands verkaufen auf ihren Konzerten wieder selbst aufgenommene Kassetten anstelle von CDs.

Spätestens seit TV- und Kinoformaten wie Glee, Stranger Things, den Guardians rund um Star-Lords ultranicem Mixtape oder Black Mirrors San Junipero wollen wir doch eigentlich alle nur noch eins: zurück in die gute alte Zeit. Seien es sie 70er, 80er oder 90er, irgendwie war damals doch alles cooler, echter, analoger, näher … ach, einfach authentischer.

Und seien wir ehrlich: Seit Anbeginn unserer Erinnerung (und damit meine ich jeden von uns, der beim Fall der Mauer noch in die Hosen geschissen hat und zu jung für diesen Scheiß ist) kann man es den wenigsten von uns nehmen, beim ersten Akkord von Bryans 69er-Hymne die Arme in die Luft zu reißen und auf dem Dorffest mit dem Abijahrgang 2005 nach 13 Bier mitzugröhlen. Auch wenn das natürlich kaum einer zugeben würde.

Und Journey müssen nur drei Töne auf dem Klavier anschlagen, damit niemand, aber auch wirklich NIEMAND jemals wieder aufhören könnte zu believen. Die Situation ist dann auch eigentlich nicht mehr unter Kontrolle zu bringen und man sollte es 4 Minuten und 9 Sekunden einfach nur geschehen lassen. Nun, wieso das Ganze?

Geiler Scheiß, Big Country kommen nach Deutschland! 1981 in Schottland gegründet, ist die Band eine bunte Wundertüte, die stilistisch einen Mischmasch aus New Wave, 80s-Rock und Postpunk mit keltischen Einflüssen zum Besten gibt. Etliche Male löste sich die Band bereits auf und fand dann – meist in anderer Besetzung – irgendwie doch wieder zusammen. Nicht zuletzt ist dies wohl dem zu frühen Ableben des Leadsängers und Gründungsmitglieds Stuart Adamson zuzuschreiben, dessen lebloser Körper mit über zwei Promille erhängt in seinem Hotelzimmer auf Honolulu gefunden wurde. Und so kam es, dass auch Derek Forbes, zeitweise Bassist der Simple Minds, zwischenzeitlich die Saiten bei Big Country zupfte.

Mit dem mittlerweile dritten Sänger und zwei verbliebenen Originalmitgliedern des einstigen Quartetts tourt die derzeit fünfköpfige Band nun bis in den Frühling hinein durch die UK, Deutschland, Neuseeland und Australien. Drum hört, liebe Zeitreisende, 80s-Rockgirls’n’Boys, liebe nostalgic dreamers und Highschool-heartbreak-victims: Kommet in Scharen! Auf die Gefahr hin, als Hosenscheißer beim Mauerfall der Jüngste im Konzertsaal zu sein: So what!


Big Country > Homepage // 01. Dezember //  Technikum München // Einlass: 19 Uhr // Beginn: 20 Uhr // Tickets ab 30 Euro zzgl. Gebühren an allen bekannten VVK-Stellen


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*