22. November
Ásgeir @ Muffathalle

Auf sein zweites Album „Afterglow“ ließ uns Ásgeir eine ganze Weile warten. Fast fünf Jahre nach seinem gefeierten Debüt „Dýrð í dauðaþögn“ waren deshalb nicht nur die Erwartungen der Fans und Kritiker groß. „Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass es teilweise hart war… sehr hart. Der Druck war hoch und das spürte ich, nicht nur von anderen Leuten, auch von mir selbst“, schrieb der Musiker am 5. Mai, dem Release-Day, in einem Facebook-Post.

In seiner Heimat Island ist Ásgeir Trausti Einarsson quasi ein Superstar. Jeder zehnte der 330.000 Einwohner der Insel hoch oben im Norden besitzt ein Exemplar von „Dýrð í dauðaþögn“, was die Platte zum meist verkauften Debütalbum der isländischen Musikgeschichte macht. Den weltweiten Durchbruch schaffte Ásgeir schließlich mit dem englischsprachigen Re-Release seines Debüts „In the Silence“ im Jahr 2013. Dass er immer wieder in einem Atemzug mit Björk, Sigur Rós und Of Monster and Men genannt wird, ist für den gerade mal 25-Jährigen nichts Neues. Europa, Australien, Japan, Südkorea, USA, Kanada und wieder Europa. So in etwa sieht sein Tourplan seit Erscheinen von „Afterglow“ im Mai aus.

Und doch könnte Ásgeir kaum bodenständiger wirken. Fast schüchtern betritt er stets die Bühne. Die Interaktion mit dem Publikum fällt minimal aus, er ist ehrlicherweise nicht gerade ein großer Entertainer. Doch das kann er ruhig anderen überlassen. Seine Stimme reicht völlig aus, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Besonders wenn er in die Setlist vereinzelt isländische Tracks wie „Heimförin“, Hærra“ und „Þennan Dag“ einstreut, geht nicht nur jedem Fan der isländischen Sprache das Herz auf.

Auch in seinen Musikvideos, wie etwa dem aktuellsten zu „I Know You Know“, strahlt der Künstler isländische Bodenständigkeit und Gelassenheit aus. Am wohlsten fühlt er sich immer noch in seinem Heimatland und vor allem dem Ort, in dem er aufgewachsen ist. In Laugarbakki, einer kleinen Siedlung im Nordwesten Islands, schreibt er gemeinsam mit seinem Vater, dem Dichter Einar Georg Einarsson, an seinen Songs.

Umso schöner ist es deshalb, wenn Ásgeir diese isländische Magie in die Welt hinausträgt. Bereits am 13. Mai – nur knapp eine Woche nach Album-Release – beehrte er uns in München. Das Konzert im Strom war ratzfatz ausverkauft. Kein Wunder also, dass die Locations bei der zweiten Runde seiner Europa-Tour nun größer ausgelegt sind. Ursprünglich für die Theaterfabrik geplant, wurde das Konzert aus technischen Gründen in die Muffathalle verlegt. Während er sich für den Gig im Strom noch isländischen Support, nämlich den Singer-Songwriter Axel Flóvent, mit an Bord geholt hat, unterstützt ihn auf der aktuellen Europa-Tour die australische Folk-Sängerin Gordi.

Bereits beim Konzert im Mai zeigte Ásgeir, dass das etwas elektronischer angehauchte „Afterglow“ mit den bisherigen Single-Auskopplungen „Unbound“, „Stardust“ und „I Know You Know“ auch live mit seinem Erstling mithalten kann. Seinen Facebook-Post zum Album-Release im Mai schloss Ásgeir mit folgenden Worten: „Ich bin sehr stolz darauf und hoffe, dass es die Welt nur ein kleines bisschen schöner macht.“ Sechs Monate nach Erscheinen von „Afterglow“ lässt sich guten Gewissens sagen: Ja, das tut es.


Ásgeir // Support: Gordi // 22. November // 20 Uhr // Muffathalle (verlegt aus der Theaterfabrik) // VVK 24 Euro zzgl. Gebühren
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