Finale:
Spanien-Deutschland 1:0
Iberer aller Provinzen vereinigt euch. Ihr habt soeben die europäische Krone erlangt! Nach 44 Jahren schaffen die Spanier ihren lang ersehnten internationalen Titel. Historisch ging es gestern zu in Wien und El Rey war Zeuge dieses Coups der Kicker von der Halbinsel.
Für die Deutschen ist es die sechste Teilnahme bei einem EM-Endspiel, und darum liegt es auf der Hand, dass sie wie immer irgendwie als Favorit in diese Endspiel gehen. Obwohl die Spanier bei dieser Meisterschaft eigentlich in jedem Spiel überzeugen, ist mit uns immer zu rechnen.
Und dementsprechend geben die Deutschen von Anpfiff an gleich Gas. Doch Miroslav Klose nimmt das Geschenk nicht an, gleich früh im Spiel den Spaniern zu zeigen, wie man Finale gewinnt. Nach herrlichem Pass von Ballack zaudert er wie so oft in guter Position vor dem Tor. Viel zu lange wartet er mit dem Torschuss und Puyol kann zur Ecke klären. Wer weiß, wie der Spielverlauf ausgegenagen wäre, wenn bla, bla, bla ...
In der ersten Viertelstunde geht die Taktik der Allemannen auf, und sie können die nervös wirkenden Spanier eins auf's andere in Verlegenheit bringen. Ballack foppt den guten Puyol, geht links durch, aber seine Flanke verpufft nutzlos im Strafraum von Iker Casillas.
Hitzelsperger packt seinen linken Hammer aus, Podolski verwurschtelt sich einschussbereit im Strafraum. Den DFB-Mannen fehlt der letzte Tick Raffinesse.
Diesen zeigen nach 20 Minuten immer mehr die Spanier. Fernando Torres zeigt erstmals auf, wer hier eigentlich die bessere Mannschaft sein soll und markiert mit einem beherzten Kopfball an den linken Pfosten die bisher beste Chance in diesem Spiel. Danach läuft die spanischen Kombinationsmaschine an, und die Deutschen werden immer mehr in die Defensive gedrängt. Lehmann rettet nach missglückter Fussabwehr von Metzelder glänzend.
Die Spanier fühlen sich jetzt von Minute zu Minute immer sicherer und starten einen Angriff nach dem anderen auf das deutsche Tor. Die spanische Führung liegt in der Luft.
In der 33. Minute ist es dann soweit. Zuckerpass von Xavi auf Torres, Phillipp Lahm greift nur zögernd ein und mit einem Lupfer über Lehmenn netzt der Mann vom FC Liverpool ein.
Auch in der zweiten Halbzeit zeigen die Deutschen nur kurz ihr Können. Michael Ballack kommt an der Sechzehnerlinie frei zum Schuss und verzieht nur knapp. Doch das ist die einzig zwingende Möglichkeit der Rot-Schwarz-Goldenen Kicker in der zweiten Hälfte. Die Spanier zeigen den immer schwerfälliger wirkenden Deutschen gnadenlos ihre Grenzen auf.
Man merkt uns jetzt deutlich an, dass die fünf Spiele zuvor extrem kräftezehrend waren. Kämpfen, rennen, beissen und kratzen laugt aus. Und so ziehen die Spanier immer mehr ihr gepflegtes Kurzpassspiel auf und sind dem 2:0 auf den Fersen.
Auch als Nutella-Boy Kevin Kuranyi ins Spiel kommt, neigt sich die heimische Torgefährlichkeit dem Nullpunkt entgegen.
Heute geht einfach nichts gegen die Spanier, und so recken die Orangenkicker nach 90 Minuten den Pokal in den Wiener Nachthimmel.
curt verneigt sich vor dem Europameister und schwört gleichzeitig Rache. Denn nach dem 3. Platz 2006 bei der WM in Deutschland und dem jetzigen 2. Platz, sind wir 2010 in Südafrika wieder dran.
Für Eure Aufmerksamkeit während der letzten spannenden Wochen möchten wir uns bedanken. Jetzt kann man sich endlich wieder der wichtigsten Sache im Leben widmen.
DIE 60er MÜSSEN WIEDER IN DIE ERSTE LIGA!!!
Spätestens bis 2010.
Euer curt
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1. Halbfinale:
Russland-Spanien 0:3
Spanien sichert sich den Platz neben Deutschland im EM-Finale. In einem starken Spiel zeigten sie den davor so gehypten Russen ihre Grenzen auf.
Doch es dauert bis zur 50. Minute, ehe Xavi mit einer Barcelonischen Koproduktion das 1:0 nach einer perfekten Hereingabe von Andreas Iniesta erzielt. Russland kann nach zwei zielmlich guten Chancen von Andreji Pawlyutschenko überhaupt nicht mehr an den Kombinationsfussball gegen die Holländer anknüpfen.
Selbst ihr Superstar Arschawin ist über die komplette Spielzeit nicht zu sehen. Sie wirken rätselhaft ausgepumpt am heutigen Abend. Zuviel Wodka und Nutten im Gazprom-Zelt?
In der 73. Minute erledigt dann Daniel Güiza, nach einem Traumpass von Cesc Fabregas, die „Sbornaja“ endgültig und David Silva macht acht Minuten vor dem Ende den Sack zu.
Somit treffen die Bundeskicker am Sonntag auf die Spanier. Vielleicht ein wenig angenehmer wie die Russen, denn bei ihnen werden die Jogi-Schützlinge wissen, was auf sie zukommt. Die Russen scheinten bei dieser EM extrem unberechenbar zu sein.
Ein tolles, letztes EM-Wochende,
Euer curt
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26. Juni 2008
1. Halbfinale:
Deutschland-Türkei 3:2
Die Deutschen haben den ersehnten Euro-Gipfel in Schlagweite. Mit einem hart erkämpften 3:2 schicken sie die tapferen Türken über den Bosporus.
Wer glaubt, dass die Türken durch die vielen harten Nachspielminuten, die vielen Verletzten und vier gesperrten Spieler sich ergeben würde, der wird gleich zu Beginn eines besseren belehrt.
Die ersten 20 Minuten kommen die Deutschen kaum aus ihrer Hälfte, die Türken fahren einen Angriff auf den anderen. In der 13. Minute klatscht ein harter Schuss von Kazim an die Latte von Lehmann. Kurz davor kann Lehmann vor diesem Kazim nur in aller letzter Not parieren, nachdem Philipp Lahm einen katastrophalen Fehlpass produziert.
Die erste Hälfte erinnert ein wenig an das Kroatienspiel der Bundeskicker. Die Pässe sind ungenau und die Beine wollen irgendwie nicht. So ist es eigentlich der erste Angriff der Deutschen, der zum Ausgleich führt. Bastian Schweinsteiger trifft nach einer scharfen Hereingabe von Lukas Podolski. Sehr effizient die Herren.
In der 2. Halbzeit kommt dann der mit einem Rippenbruch geplagte Thorsten Frings für den stark am Kopf blutenden Simon Rolfes in die Partie. Und mit dem Bremer findet auch Stabilität ins deutsche Spiel zurück. Vor allen Dingen Philipp Lahm wird immer stärker, hatte er doch in der ersten Hälfte arge Probleme auf der linken Seite.
Die Deutschen werden nun immer besser, den Türken merkt man den Kräfteverschleiß im ersten Durchgang an. In der 79. Minute köpft dann Miroslav Klose nach einer punktgenauen Flanke von Lahm den 2:1 Führungstreffer. Doch die Türken schlagen zurück. Wie schon gegen Tschechien und Kroatien gelingt ihnen ein Tor kurz vor dem Ende der Spielzeit.
Semih dribbelt sich auf der rechten Aussenbahn an Arne Friedrich vorbei und versent den Ball im kurzen Eck. Die Last-Minute-Türken haben wieder zugeschlagen.
Doch was die können, können wir schon lang, denkt sich Philipp Lahm, als er 4 Minuten später plötzlich allein vor Rüstü auftaucht, und die Kugel trocken in den türkischen Maschen versenkt.
Für die Deutschen öffnet dieser Treffer das Tor zur 4. Finalteilnahme bei einer Europameisterschaft nach 1972, 1980 und 1996. Der Gegner wird heute in dem Match zwischen Russland und Spanien ermittelt. Das Finale steigt dann am Sonntag in Wien.
Bis morgen,
Euer curt
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26. Juni 2008
4. Viertelfinale
Spanien-Italien 4:2 n. E.
Selbst die Rückkehr zum Catenaccio, dem berüchtigten Abwehrriegel der Squadra Azzura der letzten 40 Jahre, bringt den Italienern kein Glück. In einem wahrscheinlich nur für ausgesprochene Taktikfuzzis interessanten Viertelfinale, behalten die Spanier nach Elfmeterschiessen mit 4:2 die Oberhand.
Erstmals seit 88 Jahren, kann eine spanische Mannschaft wieder gegen die Italiener gewinnen. Dies ist aber das Einzige, warum dieses Spiel in die Sporthistorie einziehen wird. Nachdem die Italiener ihre Doppelabwehrreihe postiert haben, rennen die Iberer völlig planlos an, und reiben sich ergebnislos auf. Die Italiener warten gelassen auf ihre Chance, die aber eigentlich nicht kommt. „Was solls?!“, denkt sich der ausgebuffte Ragazzo, „Dann gewinnen wir halt im Elfmeterschiessen. Es ist immer ein gutes Gefühl, den Gianluigi hinten drin zu haben.“
Und so kommt es auch. Nach 120 Minuten Schlaftabletten-Kick, wird sich nun vom Elfmeterpunkt duelliert. Und der Luigi, der sich hintendrin immer gut anfühlt, hält auch tatsächlich einen Elfmeter, allerdings macht der Iker, der Casillas, zwei schlecht platzierte Schüsse der Italiener zunichte.
Luis Aragones, der kauzige spanische Trainer, der in den 90er Jahren mal angeblich was mit Madonna hatte, hüpft wie ein junger Springbock über das Feld. Auch er weiß, das dieser Halbfinaleinzug historische Züge trägt.
Jetzt geht es gegen die Russen. Die hat man im ersten Gruppenspiel mit 4:1 geschlagen. Aber ob die „Sobornje“ sich noch mal so abwatschen lässt, ist fraglich.
Jetzt macht die EURO zwei Tage Pause. O Gott!! Was nun?? Bei Eurosport gibt es bestimmt die Wiederholung der Russen gegen die Holländer oder unsere Elf gegen die Portugiesen. Oder man widmet sich nach mal wieder der Freundin ...
Aber morgen geht’s ab auf's Judas Priest Konzert in den Zenith, und am Mittwoch spielen dann endlich Jogis Mannen gegen Last-Minute-Türken hoffentlich gross auf. Yeah!
Bis Donnerstag,
Euer curt
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23. Juni 2008
3. Viertelfinale
Holland-Russland 1:3
Wer hätte das gedacht? Die Russen werden immer stärker und kegeln die so hoch gelobten Holländer aus dem Turnier. Die Holländer werden für ihre Arroganz bitter bestraft, gegen Rumänien mit einem B-Team aufzulaufen. Anscheinend war die Pause für das „A-Team“ zu lang, denn keiner der Spieler erreicht seine Form aus der Vorrunde.
Die Russen sind in diesem Spiel die besseren Holländer, bedienen sie sich doch exakt der Taktik der Niederländer aus der Vorrunde. Schnell schalten sie von Abwehr auf Angriff um und sind meist schon nach zwei, drei Spielzügen vor dem Tor von Edwin van der Sar.
Die erste Hälfte ist geprägt von taktischem Geplänkel, indem sich beide Mannschaften erst einmal abtasten. Keiner will in Rückstand geraten. Und doch sieht man, dass die Holländer Schwierigkeiten haben, ihren Spielfluss aus den ersten drei Spielen beizubehalten.
In der 2. Hälfte ist es dan Roman Pawlyutschenko, der das 1:0 für die Russen erzielt. Die Holländer können es gar nicht glauben, dass sie in Rückstand geraten sind. Die spielen so pomadig weiter, als hätten sie das Tor geschossen.
Auch als Ruud van Nistelrooy den 1:1 Ausgleich macht, gibt es kein ärmelhochkrempeln. Stattdessen schiessen die Russen das 2:1.
Dimitri Torbinski erhöht in der Nachspielzeit, kurz darauf gibt der St. Petersburger Supertechniker Andrej Arschawin den Oranjes den Gnadenschuss. So haben sich die Holländer den Verlauf der EM nicht vorgestellt.
Russland steht nun im Halbfinale und fordert den Sieger des heutigen Mittelmeer-Klassikers Italien gegen Spanien.
Schönen Sonntag noch und bis morgen,
Euer curt
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21. Juni 2008
2. Viertelfinale:
Kroatien-Türkei 2:4 n. E.
Die Türken erkämpfen nach dem ersten Elfmeter-Krimi dieser EM ihre erste Halbfinalteilnahme bei einem grossen Turnier nach der Weltmeisterschaft 2002. Nach einem insgesamt schwachen Spiel, in dem beide Mannschaften Angst haben in Rückstand zu geraten, wird es erst in der Nachspielzeit dramatisch.
In den regulären 90 Minuten haben die Kroaten die besseren Chancen. Niko Kranjcar knallt eine Hereingabe von Modric an die Querlatte. Einen Freistoss von Srna lenkt oft etwas verwirrt wirkende türkische Torwart Rüstü mit einer Glanzparade um den Pfosten.
Die Nachspielzeit ist dann vorerst in türkischer Hand. Tuncay und Semih vergeben aber gute Chancen zum Sieg. In der 119. Minute, als alle schon das Elfmeterschießen erwarten, erzielt der Bremer Ivan Klasnic den 1:0 Führungstreffer. Rüstü ist es wieder, der planlos durch den Strafraum irrt, Modric an den Elfmeterpunkt flanken lässt und Klasnic ungehindert einschießt.
Die kroatischen Anhänger im Wiener Ernst-Happel-Stadion brüllen ihre Freude heraus. Denn es ist nur noch eine Minute in der Nachspielzeit zu spielen. Doch die Türken geben nicht auf. Mit einem letzten Abschlag nach vorne, à la Kick-and-Rush, schlägt Rüstü den Ball gen gegnerischen Strafraum, der kroatische Abwehrrecke Robert Kovac rutscht aus, Semih zieht trocken ab und versenkt den Ball unhaltbar für Pletikosa im kroatischen Kasten.
Die Türken zeigen diesen unbändigen Siegeswillen und wiederholen ihre Aufholjagd aus dem Tschechen-Spiel. Große Moral!
Die kroatischen Spieler sind am Boden zerstört und das wirkt sich auch auf das Elfmeterschiessen aus. Schon der erste Elfer von Luka Modric geht neben das Tor.
Arda setzt seinen Elfer locker ins Tor. Srna lässt die Kroaten nochmal hoffen und verkürzt auf 1:1. Torschütze Semih trifft zum 1:2. Dann läuft der Schalker Ivan Raketic an und schießt den Ball links am Tor vorbei. Die nerven der Kroaten flackern.
Hamit Altintop erhöht auf 3:1 für die Türken. Jetzt muss Mladen Petric treffen, sonst ist die EM für die Kroaten vorbei. Er läuft an und ... RÜSTÜ HÄLT!!! 20 schwitzende Leiber begraben den Elfmeterhelden, der 10 Minuten zuvor noch der Depp des Spiels war.
Die Türkei ist im Halbfinale und trifft auf unsere Portugal-Besieger. Am Mittwoch ist es soweit. Die Leute von Jogi Löw mussen bis zur letzten Sekunde konzentriert bleiben, dann dürften die Türken zu schlagen sein.
Heute abend spielen die Überflieger aus Holland gegen die starken Russen. Könnte ein spielerischer Leckerbissen werden. Frikandel gegen Borschtsch.
Der Magen knurrt!
Bis morgen,
Euer curt
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20. Juni 2008
1. Viertelfinale:
Portugal-Deutschland 2:3
Deutschland hat das Halbfinale erreicht! Nachdem Thorsten Frings mit seiner österreichischen Gedenkkarte in Form eines Rippenbruchs aussetzen muss, stellt Tribünen-Jogi zwei Joker ins defensive Mittelfeld.
Für den Bremer Kämpfer stellt Hansi Flick aka Jogi „Aufdertribünehockend“-Löw zwei neue Spieler auf. Simon Rolfes und Thomas „The Hammer“ Hitzelsberger sollen uns gegen die so spielstarken Portugiesen weiterbringen.
Der Hammer und der Rolfes sind der Schlüssel zum Sieg. Die so hochgelobten Dribbler um Cristiano Ronaldo machen keinen Stich gegen die glänzend aufgelegten Deutschen. Das portugiesische Mittelfeld wird kaltgestellt. Freeeezzzzze!
Der nach seiner Rot-Sperre rekultivierte Bastian Schweinsteiger erzielt nach Pass vom Spezl Podolski das 1:0. Kurz vor der Halbzeit netzt endlich Miro Klose zum 2:0 ein. Der nicht vorhandene Engländer würde sagen „A great header“! Don’t leave him alone, now!“.
Allein gelasssen wird aber kurz vor der Halbzeit Christoph Metzelder, der trotz einem eingesprungenem Spagat den 1:2 Anschlusstreffer von Nuno Gomes nicht verhindern kann. Schönheitsfehler!
Nach dem Wechsel ist es wieder nur das deutsche Team, das auf die endgültige Entscheidung drängt. Captain Ballack gibt jetzt Vollgas nach vorne, nach hinten riegeln „The Hammer“ und „Der Rolfes“ ab. Ronaldo, who??
Dann kommt Ballack. Auf eine Drangphase der Portugiesen folgt deren Niedergang. Einen Freistoss von Schweinsteiger versenkt Ballack per Kopf zum vorentscheidenden 3:1.
Die Bundeskicker spielen nun unglaublich diszipliniert und trotzdem pennen Metzelder und Mertesacker beim überraschenden 2:3 durch Postiga. (Der erste 4-er für mich, Kollegen!)
Wir stehen im Halbfinale. curt ist berauscht vom deutschen Spiel ...
.... und freut sich morgen auf die Kroaten gegen die Türken ...
Na denn, Mahlzeit,
Euer curt
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19. Juni 2008
Dritter Spieltag: Gruppe A
Russland-Schweden 2:0
Mit einer starken Partie im Spiel um den 2. Platz in der Gruppe D, deklassierte Russland die an diesem Abend einfach zu schwachen Schweden.
Die Russen erinnern nicht nur wegen ihrer rot-orangenen Jerseys an die Holländer, sondern auch wegen ihres zeitweilig atemberaubenden Kombinationsspiels. One-Touch-Football par excellence.
Die Taktik der Schweden, immer wieder ihren Superstar Zlatan Ibrahimovic mit Bällen zu füttern, geht nicht auf, da der Stürmer von Inter Mailand ausgelaugt wirkt und zudem sich mit einer Verletzung im rechten Knie herumplagt. Erst in der 80. Minute wird er ausgewechselt.
Roman Pawlyutschenko in der 24. Und Andrej Arschawin in der 50. sorgen für den klaren Sieg, der locker auch 4:0 oder 5:0 ausgehen hätte können.
Allein Hendrik Larsson ließ mit einem scharf über seine Glatze gezogenem Kopfball aufhorchen, der die Querlatte küsste.
Im Viertelfinale treffen die Russen nun auf die Überflieger aus den Niederlanden. Wir sind gespannt auf das Aufeinandertreffen zweier solch spielstarker Gegner.
Griechenland-Spanien 1:2
Die Griechen wollen sich ehrenvoll aus dem Turnier verabschieden. Doch nicht einmal gegen eine spanische B-Elf gelingt der erste Sieg bei dieser EM. Zwar erzielt Charisteas mit einem wuchtigen Kopfball das 1:0 für die Hellenen, doch 5 Minuten später knallt Reservist de la Red mit einer herrlichen Direktabnahme zum 1:1 in die Maschen.
Das Siegtor für die Spanier erzielte schließlich Daniel de Güiza in der 88. Minute. Bemerkenswert ist, dass de Güiza der aktuelle spanische Torschützenkönig ist, aber an Fernando Torres und David Villa im Moment nicht vorbei kommt.
Heute Abend steht es nun an, das vorläufige Spiel der Spiele. Die Deutschen balgen sich in Basel mit den Portugiesen. Es geht um nichts geringeres wie um den Einzug ins Halbfinale. Die Vorzeichen sehen nicht optimal. Unser Joachim „Jogi“ Löw muss von der Tribüne zuschauen, Staubsauger Frings hat sich gegen die Österreicher die Rippe gebrochen und ist fraglich, und Podolski hat Wadenweh.
Wir sind hot!
Bis morgen,
Euer curt
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18. Juni 2008
Dritter Spieltag: Gruppe C
Frankreich-Italien 0:2
Der Weltmeister ist zurück. Wie wurden die Italiener nach der letzten WM wegen des Verpetzens des Faustschlags von Thorsten Frings im damaligen Viertelfinale bei unserer WM gehasst. Und die bisher schlechten Leistungen bei dieser EM waren Wasser auf den Mühlen der Sommermärchen-Liebhaber. Aber das heutige Schicksalsspiel gegen Frankreich zeigt uns eines auf: Mit den Italienern ist wieder zu rechnen.
In einemt taktisch perfekten Spiel, schicken die Azzurri die einfach viel zu statischen Franzosen nach Hause. Das Schlüsselereignis in diesem Endspiel der Gruppe C waren die Verletzung von Franck Ribery und die rote Karte gegen Abidal. Letzterer drückte den Luca, den Toni, einschussbereit in den Züricher Staub, und erhielt dafür den roten Karton.
Den fälligen Elfmeter versenkt der Milanisti Andrea Pirlo eiskalt. Mit 10 Mann sind die Franzosen völlig überfordert. Ab sofort kontrollieren die Italiener das Geschehen. Allein Luca Toni hat Chancen für drei Spiele. Wenn die Franzosen Entlastungsangriffe starten, dann finden sie ihren Meister in Gianluigi Buffon. Der Schlussmann von Juventus Turin ist die Lebensversicherung der Squadra Azzurra bei diesem Turnier. Ganz, ganz, groß!
In der zweiten Halbzeit spielen die Italiener ihre ganze Klasse aus. Sie stehen knallhart in der Defensive, können im Mittelfeld immer wieder Angriffe ankurbeln, und Einzelkämpfer Toni sorgt für ständigen Alarm in der französischen Hintermanschaft.
In der 62. Minute knallt dann der Römer Daniele de Rossi einen abgefälschten Freistoss unhaltbar für Coupet zum entscheidenden 2:0 in die Maschen, und sichert den Italienern den Viertelfinaleinzug.
Dort treffen sie im Mittelmeerderby gegen die Spanier. Nach dem heutigen Spiel, reihen sich die Azzurri wieder in die Garde der Titelanwärter ein. Wir freuen uns auf dieses Match.
Niederlande-Rumänien 2:0
Die Holländer, die schon vor diesem Spiel als Gruppensieger feststanden, können mit einer sogenannten B-Elf die noch aufs Viertelfinale ambitionierten Rumänen besiegen. Jan Klaas Huntelaar und Robin von Persie festigen den Gruppensieg der Oranjes und treffen jetzt im Viertelfinale auf die Schweden oder die Russen.
Heute Abend gilt es, den Gegner der Holländer zu finden. Außerdem verabschieden sich die Griechen gegen die Spanier.
Bis morgen,
Euer curt
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17. Juni 2008
Dritter Spieltag: Gruppe B
Österreich-Deutschland 0:1
Mund abputzen und weiter ... mit einem knappen 1:0 bezwingen die Bundeskicker eine harmlose österreichische Fußballcombo, die wahrscheinlich noch drei Tage durchspielen hätte können, ohne ein Tor zu schießen. Den Deutschen merkt man an, dass sie sich historisch blamieren können. Sie bauen sich immer wieder mit 2 Abwehrriegeln vor Jens Lehmann auf und lauern auf Konter. Safety First ist das Motto des Abends.
Dabei hätte es fast mit einem Paukenschlag begonnen, als Mario Gomez auf der österreichischen Torlinie steht, in köpfreichweite zum Ball, sich aber so verhält, als sei die Kugel irgendein brennendes, satanisches Artefakt. Auch Torhüter Macho sieht anscheinend irgendetwas diabolisches, und verhält sich ähnlich teilnahmslos. Und so geht der Ball am Tor vorbei.
Dann kommt eine Phase, in der die Österreicher gefällig nach vorne spielen, doch meistens werden sie am 16er der Deutschen gestellt. Es ist ein Spiel, in dem die Abwehrreihe der Deutschen glänzt. Arne Friedrich, Christoph Metzelder, vor allen Dingen Per Mertesacker und Philipp Lahm verlieren fast keinen Zweikampf. Dagegen ist der Sturm nur ein laues Lüftchen. Mario Gomez und Miroslav Klose Totalausfälle.
Zwischenzeitlich werden die Trainer Joachim „Jogi“ Löw und Josef „Peppi“ Hickersberger vom spanischen Referee auf die Tribüne geschickt. Sie tauschen Nettigkeiten aus, die dem 4. Schiedsrichter wohl nicht gefallen. Bisschen harte Entscheidung für unseren Geschmack.
Die zweite Hälfte beginnt wie die Erste. Die Deutschen haben zwei, drei Möglichkeiten, doch das Spiel erinnert immer mehr an das Kroatienspiel. Nur mit dem Unterschied, dass die Ösis einfach 2 Klassen schlechter sind als die Mannen vom Balkan, und so den Deutschen nie gefährlich werden können.
Dann sorgt Ballack für das Highlight des Spiels. Pogatetz foult Podolski halblinks ca. 30 Meter vor dem Tor. Ballack tritt an und fährt seinen Hammer aus. Der Ball schlägt rechts oben in den Kasten von Macho ein. Was für ein Strich.
Das restliche Spiel kann man dann so beschreiben. Die Österreicher wollen, aber können nicht. Die Deutschen wollen nicht und können aber auch nicht. So plätschert das Spiel dem Ende entgegen und endet schließlich mit dem 1:0 Erfolg der Deutschen, der ihnen am Donnerstag im Viertelfinale die Portugiesen beschert.
Kroatien-Polen 1:0
Im zweiten Spiel des Abends ging es dann schließlich um nichts mehr. Die schon aufgestiegenen Kroaten besiegen die nur noch mit einer theoretischen Chance aufs Viertelfinale ausgestatteten Polen. Ivan Klasnic war's dann, der mit dem Tor des Spiels gleich einen Rekord aufstellt, wie Tom Bartels, der Skispringer von der ARD in sein Mikrophon tönt: „Der erste Torschütze bei einer EM mit Spenderniere!!!!“ Woooooooowwww!!
curt träumt heute Nacht vom Klassiker Frankreich gegen Italien, wo es um alles geht, und schaut den Holländern zu, wie sie versuchen werden, nach den Italienern und den Franzosen, auch die Rumänen zu demütigen. Und natürlich von kickenden Spendernieren.
Bis morgen,
Euer curt
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16. Juni 2008
Dritter Spieltag: Gruppe A
Tschechien-Türkei 2:3
Mit einer sensationellen Aufholjagd und drei Treffern in den letzten 15 Minuten schafft die Türkei den Einzug ins Viertelfinale. Die Tschechen führen nach 75. Minuten verdient mit 2:0 und sind eigentlich schon mit beiden Beinen in der Zwischenrunde. Jan Koller köpft in der 34. Minute nach einer Grygera-Flanke zum 1:0, Plasil erhöht in der 63. Minute auf 2:0.
Die Tschechen erhöhen den Druck und sind der 3:0 Vorentscheidung deutlich näher als die Türken. Ihnen wird sogar ein klarer Elfmeter verweigert, als ein türkischer Spieler einen Tschechen in allerfeinster Bruce Lee-Manier seinen Fuss ins Gesicht setzte, und der Geschädigte das Spiel mit Turban fortsetzen musste.
Dann wird der tschechischen Schlussmann Petr Cech zum tragischen Held des Spiels. Nachdem Arda in der 75. Minute zum 1:2 verkürzen kann, rutscht dem Torwart vom FC Chelsea der Ball nach einer harmlosen Flanke durch die Hände, direkt vor die Beine von Nihat. Der kann seelenruhig einschieben.
Die Tschechen sammeln jetzt noch einmal ihre letzten Kräfte und schicken ihren 2.02 Meter-Hünen Koller auf die Reise gen Türkentor. Doch der Pass ist für den tschechischen Stürmer viel zu steil. Das ist dem Türkengoalie Volkan ziemlich egal und ohne Rücksicht auf Verluste springt er im Stile einer Arschbombe dem Angreifer entgegen. Der kann dem Kieferbruch nur kanpp mittels einer galanten Drehung entgehen.
Was der Gute dann seinem Kollegen Volkan sagt, ist unbekannt, muss aber so was im Stile von „Mutter kocht schlecht“ oder „Gammelfleisch im Döner“ gewesen sein. Auf jeden Fall stürzt sich der Schlussmann auf Koller und schickt ihn mit einem kräftigen Stoss auf den Rasen. Klares Rot! Da die Türken Ihr Wechselkontingent schon erfüllt haben, übernimmt Mittelfeldmann Tuncay nun Volkans Job. Wir freuen uns schon aufs Elfmeterschiessen.
Anscheinend freuen sich die Tschechen mit uns auf den Shootout, denn als Altintop sich den Ball schnappt und mit einem Traumpass Nihat bedient, wirken sie wie Statisten. Nihat legt sich den Ball noch einmal vor und hämmert ihn mit einem satten Vollspannschuss unhaltbar für Cech unter die Querlatte. 3:2, das Spiel ist aus und endlich dürfen sich unsere Mitbewohner aus Vorderasien wieder die Seele aus ihrem 3er hupen.
Im Viertelfinale treffen die Türken jetzt auf die Kroaten. Könnte wieder heiß hergehen, denn die sind auch bewaffnet ...
Schweiz-Portugal 2:0
Den ZDF Infokanal kann sich curt nicht leisten, und so sei nur so viel zu diesem Spiel gesagt, dass die Portugiesen die Hälfte ihrer Mannschaft schonen, um den Schweizern und ihrem Trainer Chhhöbi Chhhuun die Möglichkeit zu geben, ihren Landsleuten doch noch ein wenig EM-Feeling zu geben. Dank der 2 Tore Hakan Yakins von den Young Boys Bern hat das ja auch gut geklappt.
Die Portugiesen können sich heute abend ganz entspannt ansehen, gegen wen sie im Viertelfinale antreten müssen. Denn es treten die tapferen Kaffeehausvirtuosen gegen unsere Valiumgang an. Und wenn die so spielen wie gegen die Kroaten, dann kanns ganz schnell zapfig werden. Wir werden sehen.
Bis morgen,
Euer curt
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15. Juni 2008
Zweiter Spieltag: Gruppe D
Schweden-Spanien 1:2
Pancho Villa, der 3-fach Pistolero aus dem Sturmlauf gegen die Russen, hat die Spanier mit seinem vierten Streich ins Viertelfinale geschossen. In einem weitgehend sehr taktisch geführten Spiel, gehen die Spanier erwartungsgemäß mit 1:0 durch Fernando Torres in Führung.
Danach erkämpfen sich die Spanier leichte Feldvorteile. Die schwedischen Angriffsbemühungen verpuffen meist wirkungslos in der spanischen Abwehrreihe.
Erst als in der 24. Minute der gelockte Kettenhund aus Barcelona, Carlos Puyol, den Platz verletzungsbedingt verlässt, gelangt mehr Esprit in die schwedischen Stürmerbeine.
Und so ist es schließlich Zlatan Ibrahimovic, Stürmer von Inter Mailand, dem eine Unachtsamkeit seines Gegenspielers Ramos und eine billige Körpertäuschung reichen, um mit einem ansatzlosen Schuss aus dem Stand Iker Casillas im iberischen Tor zu bezwingen.
Als die Spieler Ende der Halbzeitpause wieder das Spielfeld betreten, bleibt auch Zlatan Ibrahimovic verletzt in der Kabine zurück. Nun werden die schwedischen Angriffsbemühungen wieder deutlich weniger, die Combattanten scheinen sich auf eine Punkteteilung geeinigt zu haben – würde dieses Unentschieden doch beiden Mannschaften eine gute Ausgangsposition für einen Aufstieg in die nächste Runde bescheren.
Doch da betritt der Pistolero das Geschehen. Als die schwedischen Bandidos sich schon in der Siesta wähnen, entscheidet sich der Valenciano für eine Fiesta und hämmert den Ball nach einem Befreiungsschlag von Capdevila unhaltbar in die schwedischen Gardinen.
Hellas-Russland 0:1
Das bisher schwächste Team dieser EM muss die Segel schon streichen und kann im letzten Spiel gegen die Spanier sich nur noch auf die Heimreise nach Athen freuen.
Selbst gegen die ebenfalls schwachen Russen sind die Hellenen eine Klasse schlechter. Wenn man im Sturm schon absolute Harmlosigkeit ausstrahlt, dann sollte wenigsten die Abwehr sicher stehen. Bei den Griechen trifft dies aber absolut nicht zu. Die Russen können mit geringstem Aufwand diese Spiel kontrollieren.
In der 33. Minute gelingt Syrjanow der entscheidende Siegtreffer, bei dem der griechische Schlussmann Nikopolidis den Anschein macht, die Seiten wechseln zu wollen. Wie ein wildgewordenes trojanisches Pferd hechelt er dem russischen Stürmer an der Torauslinie hinterher, um ihn dann an der Sechzehnergrenze seelenruhig in die Mitte passen zu lassen. Dort schauen 5 griechische Verteidiger (sogar mit Koloss von Rhodos) dem Torschützen zu, der fast verdutzt einschieben kann. Die Russen verpassen es aber, danach den Sack zuzumachen, aber merken wahrscheinlich auch, dass die Griechen einfach kein Tor erzielen können.
So früh ist noch nie ein Titelverteidiger bei einer EM ausgeschieden. Spanien ist durch den russischen Sieg vorzeitig Gruppensieger.
Morgen beginnt der 3. Spieltag der Gruppenphase. Jetzt entscheidet sich, wer die 8 Mannschaften sind, die dann in die K.O.-Runde ziehen. Morgen Abend steht dann der 2. Viertelfinalteilnehmer der Gruppe A fest. Portugal ist ja schon durch, die Türken und die Tschechen kämpfen um den 2. Platz. Die Schweizer werden versuchen sich ehrenvoll von ihrer EM zu verabschieden.
Bis morgen,
Euer curt
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14. Juni
Zweiter Spieltag: Gruppe C
Italien-Rumänien 1:1
Die Todesgruppe meldet sich zurück. Die schon ziemlich angeschossenen Italiener wahren sich eine kleine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Die Rumänen ebenfalls. Die Azzuri haben in der ersten Halbzeit optische Vorteile und auch mehr Chancen, doch die Rumänen lauern immer wieder auf Konterchancen und erzielen die klareren Möglichkeiten.
Allessandro Del Piero sorgt ständig für Unruhe in der rumänischen Hintermannschaft und kann meist nur durch üble Fouls der Balkankicker gestoppt werden. Allerdings kann der Mailänder Freistoßvirtuose Andrea Pirlo die daraus resultierenden Freistösse nicht besonders gefährlich aufs Tor bringen.
Auf der anderen Seite läuft plötzlich Adrian Mutu allein auf den italienischen Torhüter Gianluigi Buffon zu, der den guten Schuss des Rumänen glänzend parieren kann. Kurz darauf klatscht ein von Panucci abgefälschter Schuss an den rechten Pfosten der Italiener. Und 5 Minuten später klatscht es schon wieder. Zwei Rumänen steigen gemeinsam zu Kopfball hoch und rammen ungebremst Ihre Schädel zusammen. Alle zwei bluten, einer muss aus dem Spiel genommen werden. Kurz vor dem Halbzeitpfiff köpft Luca Toni wuchtig ins Netz hinter dem rumänischen Keeper Lobont, doch der Schiedsrichter hat keinen Bock auf eine italienische Führung und entscheidet auf Abseits. Blöd.
Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die erste. Del Piero beißt immer noch ziemlich oft in den Staub und Pirlo zirkelt die Freistösse gekonnt neben die Rumänenbude. In der 54. Minute fällt dann der komplette Stiefel in Schockstarre. Adrian Mutu (Rumäne) vom AC Florenz (in Italien) trifft zum 1:0. Doch den italienischen Kickern ist der Rückstand ziemlich Wurscht, und so beschließt Panucci zwei Minuten später, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Gut gemacht.
10 Minuten vor Schluss, fällt dann Ausgleichsheld Panucci eine fatale Entscheidung. Ihm tut der Ausgleichstreffer anscheinend leid und er versucht seinen Fehler mit einem Rempler gegen den Rumänen Contra im eigenen Strafraum wieder gutzumachen. Der Schiri spielt mit, jedoch hat der grossartig aufgelegte Buffon einen anderen Plan. Er will im Turnier bleiben, und so hält er den Elfer von Mutu mit einer wunderschönen Faust/Fuss- Kombination. Mutu heult, Italien jubelt. Super Spiel.
Niederlande-Frankreich 4:1
Mit herrlichem Angriffsfußball, der direkt in die Blutbahn geht, besiegen die Holländer den Vizeweltmeister Frankreich. Nach dem 3:0 gegen Weltmeister Italien, heißt es am Ende 4:1 gegen die zu harmlosen Coqs.
Obwohl die Franzosen mit dem starken Henry und dem überragenden Ribery viel mehr machen als im blutleeren Match gegen die Rumänen, werden sie von den Niederländern eiskalt ausgekontert. Schon in der 9. Minute köpft der Liverpooler Dirk Kuyt den Führungstreffer. Danach kommen die Franzosen zu mehreren Einschussmöglichkeiten, allerdings finden die französchen Stürmer immer wieder ihren Meister im holländische Goalie van der Sar.
Anstatt die 1:0 Führung zu verteidigen, setzt Bondscoach Marco van Basten in der 2. Halbzeit verstärkt auf Angriffskraft. Mit Robin van Persie und Arjen Robben bringt er zwei pfeilschnelle Flügelstürmer, die den Franzosen endgültig das Genick brechen. Erst erzielt van Persie nach blitzsauberen Konter das 2:0. Thierry Henry lässt mit dem 1:2 Anschlusstreffer die französischen Hoffnungen auf den Ausgleich noch mal aufflammen. Doch es ist Robben und Wesley Sneijder, die den Franzosen den Lebensgeist abdrehen.
Die Holländer stehen nach dieser starken Vorstellung im Viertelfinale. Frankreich und Italien wiederholen das WM-Finale von Berlin, jedoch diesmal um den Verbleib bei der EM. Selbst die Rumänen können noch auf den Einzug in die nächste Runde hoffen.
Morgen stehen die Schweden gegen die Spanier auf dem Platz, und griechischen Hopliten versuchen ein Erfolgserlebnis gegen die russische Truppe zu erreichen
Bis morgen,
Euer curt
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13. Juni 2008
Zweiter Spieltag: Gruppe B
Kroatien-Deutschland 2:1
Valium in der Trinkflasche? Die deutschen Kicker erleben ihr persönliches Klagenfurt und müssen schmerzhaft erfahren, dass man ohne Laufbereitschaft und Kampf erst gar nicht zu einer EM antreten darf. Alle positiven Erkenntnisse die sich im ersten Spiel gegen Polen zeigten, scheinen jetzt den Bundeskickern wie Gewichte in den Waden zu stecken.
Die Kroaten hingegen sind glänzend auf die unfit wirkenden Deutschen eingestellt und erzielen völlig verdient in der 24. Minute durch den freistehenden Darijo Srna den 1:0 Führungstreffer. Ein wenig glücklich ist allerdings das 2:0. Modric versucht aus dem Halbfeld in den Strafraum zu flanken und schießt dabei Lukas Podolski an den Arm, von welchem der Ball mit scharfem Drall an den linken Pfosten springt. Lehmann, der von dem Richtungswechsel völlig überrascht ist, hechtet hinter ihm her, allerdings prallt der Ball genau vor's Geläuf von Ivica Olic. Der schiebt locker ein.
Die Deutschen versuchen jetzt das Tempo zu erhöhen, was aber blöderweise an erschreckend matten Bundesgestalten scheitert. Auch die Passpräzision ist unter aller Kanone. Fast jeder Zielspieler wird nach Passerhalt sofort in einen Zweikampf verwickelt, den er dann auch in den meisten Fällen glatt verliert.
Auch nach dem 1:2 Anschlusstreffer durch Lukas Podolski wirken die Löw-Mannen so, als wollten sie eine knappe Führung über die Zeit retten. Ach ja, unser Schweini kann es wie wir auch nicht bis zum Schlusspfiff erwarten, und so schickt sich selber mit einem unsanften Schubser gegen einen Kroaten frühzeitig zum Duschen.
Ganz klar. Eine hochverdiente Niederlage. Aber vielleicht eine zum richtigen Zeitpunkt. Denn jetzt gibt es ein erstes Endspiel um den Einzug in die nächste Runde. Am Montag gilt es, die Österreicher aus Ihrem Ernst-Happel-Stadion in Wien zu schiessen.
Österreich-Polen 1:1
In Österreich bebt die Lucy. "Die Deutschen werden sich in die Hosen scheißen" bellt der alpenländische Beutekroate Ivica Vastic in die Mikrofone. Die ganze Nacht lang schieben sich hupende Autokorsos durch die österreichischen Innenstädte. Rot-Weiss-Rot geschminkte Schönheiten liefen ekstatisch schreiend barbusig durch die Strassen.
Was ist passiert? Nun, unsere südlichen Nachbarn erreichen ein 1:1 gegen die Polen. Wow! Elfmetertor in der 93. Minute. Hey! Zuvor 90 Minuten fast keine zwingende Torchance erspielt. Blarpf ... verdammt! In die Hose gekackt.
Hahahahaha! Bitte liebe Österreicher. Macht Euch am Montag auf mindestens 5 Stück gefasst. Denn es konnte uns nichts besseres passieren, als gegen die Kroaten zu verlieren. Ich sage nur 1974, 0:1 Niederlage gegen unsere damals noch deutschen und demokratischen Buddys aus der Zone. Wer wurde danach Weltmeister? Also mit Verlaub ...
Aber eigentlich freuen wir uns doch über den klaren Sieg, ähhh das klare Unentschieden der Ösis über den 24-fachen Welt- und Europameister Polen. Denn so tut der Schmerz über das verpasste Viertelfinale am Montag doppelt weh ... hehehe. (evilcurt)
Heute Abend wird sich wieder entspannt zurückgelehnt, wenn die Todesgruppe in die 2. Runde startet. Italien mit seiner letzten Chance die Vorrunde zu überstehen, und die Franzosen, die in der Form von letztem Montag, als ihnen schier das Fleisch von den Knochen faulte, gegen die spritzigen Holländer wohl keine Chance haben.
Bis morgen,
Euer curt
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12. Juni
Zweiter Spieltag: Gruppe A
Tschechien-Portugal 1:3
Der zweite Spieltag der Gruppenphase hat begonnen. Den Anfang machen die Portugiesen gegen die ebenfalls ungeschlagenen Tschechen. In einer abwechslungsreichen Anfangsphase erzielen die Portugiesen schon in der 8. Minute das 1:0. Der gebürtige Brasilianer Deco stochert den Ball ins Gehäuse der Tschechenser. 10 Minuten später steht es schon 1:1. Sionko köpft unhaltbar zum verdienten Ausgleich ein.
Und was macht der König aller Nassfrisuren? Christiano Ronaldo führt mit seinen 23 Jahren die Portugiesen von Angriff zu Angriff. Die Tschechen können zwar über weite Strecken Paroli bieten, aber der 23-jährige Angreifer von Madchester United macht dann doch den kleinen aber feinen Unterschied. Kaum ein Angriff, der nicht über die Gelfrisur aus Madeira eingeleitet wird.
Ein Tor selbst erzielt und die anderen vorbereitet. Das macht ihn im Moment zum herausragenden Spieler diese Wettkampfes.
Schweiz-Türkei 1:2
Dieses Spiel versprach nicht zuviel. Grosser Kampf, viele Torchancen, und ein in der 1. Hälfte fast irreguläres Spiel. Wie die Italiener mit Fabio Cannavaro, so setzten sich die Schweizer den verletzten Alex Frei mit Sondergenehmigung an die Seitenauslinie. Doch wie bei den Italienern, so ging dieser Schuss nach hinten los.
Der vor dem Spiel so gepriesene Hassgipfel entwickelt sich zum bis dato besten Spiel dieser EM. Von beiden Seiten sehr hart geführt, aber niemals unfair. In der 32. Minute brachte der türkischstämmige Hakan Yakin die Eidgenossen in Führung. Die robusteren Schweizer kamen eindeutig besser mit den schwierigen Bedingungen zurecht, wie die leichtfüßigen Osmanen.
Erst als der Regen nachließ, kamen die Türken wieder besser ins Spiel. Und so waren es Semih in der 52. und Arda in der Nachspielzeit, die für das bittere EM-Aus der Helvetier sorgten.
Die Turks können aber mit einem Sieg am Sonntag noch aus eigener Kraft die nächste Runde erreichen.
Heute wollen wir mal sehen, wie die Österreicher die Polen aus dem Turnier walzern wollen und unsere Nationalkicker den Gruppensieg klarmachen.
Übrigens vergleicht der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic unsere Bundeskicker eher mit Rammstein als mit Nena ... Na dann sind wir ja be(un)ruhigt ...
Bis morgen,
Euer curt
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11. Juni
Erster Spieltag: Gruppe D
Spanien-Russland 4:1
Wenn man früher bei WM oder EM Tipprunden auf Spanien gesetzt hat, konnte man sich sicher sein, dass man seinen Einsatz in den Sand setzt. Unsere iberischen Freunde haben zwar mit die stärkste Liga der Welt, doch wenn es zum großen internationalen Showdown kommt, dann wird traditionell nichts gerissen.
Aber Kicken ist ein Mannschaftsspiel, und die Spanier haben einfach ein Problem damit, wenn sie mit Landsmännern zusammen in das Spiel ziehen müssen. Der Asturier schimpft über den faulen Katalanen, der Andalusier ist für den Basken eigentlich Marokkaner und die Kanarierin ist eh die Spitze der Schöpfung (stimmt!).
Darum reiben wir uns verwundert die Augen, wie die Spanier heute in Innsbruck die Russen auseinandernehmen. Vor ein paar Wochen zerlegte noch die halbe russische Nationalmannschaft in Reihen von Leningrad (St.Petersburg) die selbsternannte Spitze des europäischen Vereinsfussballs. Doch von dieser Spielkunst ist heute nichts mehr zu sehen.
David Villa, der Stürmer des Beinahe-Absteigers FC Valencia, versenkt die Russen fast im Alleingang. Drei Tore steuert er zum Kantersieg bei. Vielleicht können diejenigen, die immer noch ihr Geld auf die Orangenkicker setzen, dieses Jahr einen Teil ihrer vergangenen Fehlinvestitionen wieder auf ihr Habenkonto verbuchen.
Griechenland-Schweden 0:2
Von den Vorraussetzungen her, verspricht diese Begegnung eigentlich ein klassisches 0:0. Die Griechen, deren EM-Held Charisteas gerade mit den Nürnbergern in die 2. Liga abgestiegen ist, gegen die Schweden, die mit Hendrik Larsson einen schon in den schwedischen Ligavorruhestand getretenen Ex-Helden reaktivieren müssen.
Und die schlimmsten Befürchtungen werden wahr. Rehagels Mannen vertrauen immer noch auf ihre Taktik des Betonmischens von 2004, als sie komischerweise den Titel gewannen. Die Schweden setzen auf ihren Superstar Zlatan Ibrahimiovic, der bei grossen Turnieren auch noch nie besonders überzeugen konnte. Das Spiel beginnt meistens beim Torwart und hört spätestens 16 Meter vor dem gegnerischen Keeper auf.
Doch dann werden die 30.000 Zuschauer in Salzburg doch noch aus ihrem Tiefschlaf geweckt, als Ibrahimovic und fünf Minuten später Petter Hansson die Hellenen für ihre destruktive Spielweise bestrafen.
Heute abend stehen sich endlich die schweizerischen Hauer und die türkischen Stecher gegenüber. Diese Partie verspricht viel Brisanz, denn bei der Qualifikation zu diesem Turnier standen sie sich schon einmal gegenüber, wonach die Hälfte der Protagonisten zu längeren Sperren wegen diverser Kampfsporteinlagen verdonnert wurden.
Ausserdem können die Portugiesen mit einem Sieg gegen die Tschechen, oder umgekehrt, den Einzug ins Viertelfinale klarmachen.
Bis morgen,
Euer curt
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10. Juni 2008
Erster Spieltag: Gruppe C
Rumänien-Frankreich 0:0
Gruppe C ... die sogenannte Todesgruppe. Den Auftakt zum Overkill machen die von der Papierform her eigentlich schon dahingerafften Transilvaner gegen die ewig marschierenden Untoten aus der Grande Nation.
Dieses Spiel macht dem martialischen Namen alle Ehre. Aus welcher Gruft diese beiden Mannschaften entkrochen sind, ist leider nicht bekannt. Die Rumänen erstarren in den ersten Minuten vor Ehrfurcht, und als sie merken, das der Franzmann eigentlich überhaupt nicht in die Pötte kommt, fehlt ihnen der teuflische Pass und die höllische Idee, um den Franzosen den finalen Gnadenschuss zu geben.
Das Spiel endet schliesslich 0:0, und wenn sich diese beiden Mannschaften nicht deutlich steigern, werden die Leichenwagen schon bald bereit stehen, um sie umgehend in die Ewigen Jagdgründe zu befördern.
Niederlande-Italien 3:0
Wir können es gar nicht glauben. Der Catenaccio, dieser berüchtigte italienische Abwehrriegel, der den Italienern so viele Erfolge brachte, wird jetzt durch zeitgemäßen Tempofußball ersetzt.
„Calcio totale“ heißt jetzt die Taktik vom italienischen Coach Roberto Donadoni, der zum Erfolg verdammt ist, seitdem ihm der italienische Fußballverband mitgeteilt hat, daß das Halbfinale bei der EM Pflicht sei.
Doch mit dieser neuen Einstellung finden sie Ihren Meister. Die Holländer. Dankbar für die neue Öffnung nach vorne, zerlegen Sie im zweiten Spiel der Gruppe C die Azzuri.
Als van Nistelrooy in der 26. Minute den Ball ins Tor der Italiener versenkte, war klar, dass er einwandfrei im Abseits stand. Doch der italienische Verteidiger, der angeschlagen hinter der Torauslinie lag, hob das Abseits auf. Eine neue Regel des europäischen Fussballverbandes, die irgendwie niemand kannte. Dementsprechend heftig waren auch die italienischen Proteste, die mit einer gelben Karte für Luca Toni endeten.
Übrigens Luca Toni, Die gelbe Karte war neben einer kläglich vergebenen Chance allein vor dem Tor von van der Sar, die einzigste Chance vom schönen Luca, der ja die Speerspitze des „Calcio totale“ sein soll.
Das Debakel für den Weltmeister machten Wesley Sneijder und Giovanni (!) van Bronckhorst komplett.
Bitte ihr Italiener. Macht wieder eure Abwehr dicht! Denn so gewinnt ihr keine Minestrone. Denn die Holländer als Titelfavorit braucht eigentlich keiner, und wir brauchen euch noch für die Revanche für 2006.
Offence wins games, but defence wins championships ... FORZA ITALIA!!
Amore, Amore
Euer curt
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09. Juni 2008
Zweiter Spieltag: GRUPPE B
Österreich-Kroatien 0:1
Ein bisschen stolz können Sie schon sein, unsere lieben Österreicher, nach dem Spiel gegen Kroatien. Die letzten 20 Minuten spielen Sie die Kroaten an die Wand. Doch am Ende stehen 0 Punkte und 0 Tore auf dem Konto ...
„Immer wieda, immer wieda, immer wieda Österreich!“ hallte es vor dem Anpfiff durch das ausverkaufte Ernst-Happel-Stadion in Wien. Man spürte förmlich die knisternde Spannung im weiten Rund, kurz vor dem ersten, offiziellen Turnierspiel nach 18 Jahren.
Doch schon in der Anfangsphase bestätigen die Österreicher die Befürchtungen vieler Experten, dass sie bei diesem Turnier deutlich überfordert sein könnten. Die Hickersberger-Schützlinge wirken zweikampfschwach, nicht spritzig genug und ohne Ideen im Spielaufbau.
Und dann gleich der Rückstand nach 4 Minuten. Olic tankt sich über links in den Strafraum, um dann vom Österreicher Aufhauser äußerst rustikal zu Fall gebracht zu werden. Wenn man sich aber benimmt wie der Schmied von Kochel in der Sendlinger Mordweihnacht, braucht man sich nicht über den fälligen Elfmeterpfiff beschweren.
Kroatiens Jungstar Luka Modric lässt sich die Chance nicht entgehen und netzt eiskalt zum 1:0 Endstand ein. Pogatetz kann sich aber immer noch nicht beruhigen, und 5 Minuten später setzt er zu einer geschmeidigen Sense von hinten an, die eigentlich nur eins bedeuten kann: Rote Karte. Aber der Schiedrichter lässt den Heimvorteil gelten und belässt es bei einer mündlichen Verwarnung.
In der 3. Mnute der Nachspielzeit setzt der Norwegen-Legionär Roman Kienast noch einen Kopfball knapp neben den Pfosten und das war's dann. Die tapferen Österreicher schleichen mit hängenden Kopfen vom Platz, denn Sie wissen wohl, dass es jetzt wohl nix mehr mit dem Einzug ins Viertelfinale wird.
Deutschland-Polen 2:0
Was ist nur mit dem Traumduo von der WM 2006 los. Poldi und Schweini verwandelten unser tristes Land in eine wabernde Fanmeile. Und weil sie so gut spielten und nebenbei auch noch einen Schwank nach dem anderen produzierten, kam die Bild-Zeitung gar nicht mehr mit bombastomanischen Headlines hinterher.
Und jetzt? Poldi übernimmt den Stammplatz von Schweini, und spielt auf dieser Position auch noch so saugut, dass es für den stets so toll frisierten Supertechniker aus Kolbermoor wahrscheinlich eng mit dem Spielen werden könnte.
Der Kölner Gaudibursch wagt es auch noch, sich bei seinen 2 Toren gar nicht richtig zu freuen, weil er ja plötzlich doch wieder irgendwie ein halber Pole ist, und es ihm ja auch irgendwie leid tut, gegen sein Geburtsland einzunetzen. Der Schweini tut ihm aber irgendwie gar nicht mehr leid, weil die Tore ja seinen Marktwert bestimmt um gefühlte 5 Millionen Euro steigern werden.
Aber die Fakten. Die Deutschen geben gleich von Anfang an Gas und erspielen sich gleich die erste Torchance durch Gomez. Nach einem Pass von Miroslav Klose, ist der Stuttgarter so überrascht, dass er nur noch mit einem Spagat an den Ball kommt, und der knapp am rechten Pfosten vorbeischrammt. Mann! Den hätte der Klose doch besser selbst gemacht!
In der 20. Minute ist es dann wieder Klose, der rechts durch die polnische Abwehr bricht und den in der Mitte völlig freistehenden Podolski anspielt. Der braucht nur noch ins leere Tor einschieben. Eigentlich hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, das die Deutschen das Spiel jemals verlieren können. Auch wenn es ab und zu an der Abstimmung in der deutschen Abwehr fehlt, wirken die polnischen Angriffsbemühungen einfach zu harmlos.
In der 72. Minute darf dann Lukas Podolski den Sack endgültig zumachen. Klose trifft den Ball nicht richtig, der kommt als Bogenlampe zu Podolski und der zieht volley aus ca. 17 Metern ab. Der Ball schlägt im rechten, oberen Eck ein und lässt dem polnischen Torwart Artur Boruc keine Chance.
Die Bundeself hat gezeigt, dass sie wirklich was reißen kann bei diesem Turnier und die Polen glauben immer noch fest ans Viertelfinale. Na dann ist ja alles in Butter ...
Heute Abend freut sich curt auf die jungen rumänischen Wilden gegen die abgebrühten Altstars aus Frankreich und danach schaun’ mer mal, wie die Holländer es schaffen wollen, die italienische Betonabwehr zu knacken.
Bis morgen,
Euer curt
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08. Juni 2008
Erster Spieltag: GRUPPE A
Schweiz-Tschechien 0:1
Nach einer überflüssigen Eröffnungsfeier von 10 Minuten geht es endlich los. Der Gastgeber Schweiz trifft im Eröffnungsspiel auf den ewigen Geheimfavoriten Tschechien. Die Schweizer legen auch gleich munter los und haben durch Alex Frei in der 3. Minute die erste Torchance. Noch weiß keiner, dass dieser Frei der Protagonist des Spiels sein wird.
Man merkt den Schweizern an, dass Sie von Anfang an zeigen wollen, wer hier das Alphorn bläst und versuchen mit allen Möglichkeit die Tschechenabwehr zu knacken. Eine Angriffswelle nach der anderen rollt auf die immer mehr überforderten Tschechen zu. Das 1:0 für die Eidgenossen liegt förmlich in der Luft. Und gerade Alex Frei ist derjenige, bei dem man das Gefühl hat, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er zuschlägt. Das Baseler Publikum peitscht die eigene Mannschaft nach vorne, die Stimmung ist phantastisch.
Und was macht man als Mannschaft, die langsam versteht, dass etwas passieren muß um den drohenden Rückstand zu verhindern. Ganz klar. Man befördert den gefährlichsten Mann der Gegenmannschaft mit einem gezielten Tritt zurück in die Kabine. Zdenek Grygera, war es dann vorbehalten, diesen Tritt präzise an Freis Knie zu setzen. Natürlich waren sich dann alle einig, daß es nur ein unglücklicher Zusammenprall war. Doch jeder Abwehrspieler weiß, dass es die grosse Kunst ist, solche Attacken wie einen Unfall aussehen zu lassen. Für Grygera hiess es in diesem Fall „Mission accomplished.“
Und so kommt es wie es kommen muss. Die Schweizer kommen mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch aus der Kabine, doch vernachlässigten blöderweise Ihre Defensive. Und so gelingt in der 70. Minute dem Ex-Gladbacher Vaclav Sverkos der 1:0 Siegtreffer für die Tschechen. Zehn Minuten später verpasst der in Kolumbien geborene Johan Vonlanthen die grösste Ausgleichschance, in dem er den Ball an die Unterkante der Latte knallte.
Somit ist die Auftaktniederlage der Schweiz perfekt, die jetzt im nächsten Spiel gegen die Türkei schon gehörig unter Zugzwang steht.
Portugal Türkei 2:0
Die Portugiesen dominieren von Anfang an das Spielgeschehen, und können nach bereits 17 Minuten den Ball schon jubelnd aus dem Netz holen. Der deutsche FIFA-Schiedrichter Herbert Fandel entscheidet jedoch zu Unrecht auf Abseits und die Türken können noch einmal durchatmen. Die portugiesische Fans reagieren glücklicherweise besonnener als der dänische Fan beim Spiel Dänemark gegen Schweden letzten Herbst, als er nach einer roten Karte gegen einen dänischen Spieler kurzerhand das Feld stürmte, um dem damaligen Schiedsrichter Fandel seine Meinung über diese Karte mit einem Faustschlag mitzuteilen. Ein dänischer Spieler hechtete sich im letzten Augenblick dazwischen und der Aggressor wurde noch auf dem Feld von Polizisten verhaftet. Danach gab er zu Protokoll, dass er vor dem Spiel so zwischen 15 und 20 Bier getrunken habe und sich an nichts mehr erinnern kann. Dafür näherte er sich aber recht zielgerecht unserem Herrn Fandel. RESPEKT!!
Doch zurück zum Spiel. In der 61.Minute ist es dann wieder der 21-jährige 30-Millionen-Mann Pepe von Real Madrid, der den inzwischen hochverdienten Führungstreffer macht. Drei Pfosten-und einen Lattentreffer später, erzielt Jungstar Raul Meireles den 2:0 Endstand, und bringt die Portugiesen gleich nach dem ersten Spiel in eine glänzende Ausgangsposition für den Einzug ins Viertelfinale.
Morgen stehen zum ersten mal die Operettenkicker aus Österreich gegen die ewig nationalstolzen Kroaten auf dem Grün. Danach sehen wir das EM-Debut der Bundeself gegen die Polen, die sich so sehnlich die Revanche für die Vorrundenniederlage bei der WM 2006 wünschen.
Einen Sieg können die Deutschen aber schon verbuchen. Ein gewisser Gerald Asamoah steht diesmal nicht im Kader, und das verhindert schon mal, dass ein gewisser Xavier Naidoo den 11 Recken in der Halbzeit die Ohren volljault. Denn mit dem Barden wurden wir WM-Dritter ... ohne Ihn hätten wir den Titel geholt! ...
Bis morgen,
Euer curt
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01. Juni 2008
Die Saison ist vorbei. Die Meisterschaften und Pokale sind vergeben. Doch curt kramt seine Nationaltrikots aus der Kiste und füllt die Biervorräte auf, denn ab 7. Juni steht das zweitwichtigste Turnier nach der Weltmeisterschaft an, die Europameisterschaft.
Das im 4-Jahresturnus ausgerichtete Turnier findet dieses Jahr in Österreich und der Schweiz statt. Und wer das schon mal grundsätzlich komisch findet, dem sei gesagt, dass es dort natürlich weit mehr Skilifte als spitzenfussballtaugliche Stadien gibt, und daher diese zwei Länder ihre Stadien zusammenwerfen, um den Anforderungen zu genügen.
Auch die Meldungen der beiden Ausrichter lassen an der angebrachten Professionalität zweifeln. Während in St. Gallen letztens der Elfmeterpunkt in einer Nacht- und Nebelaktion entwendet wurde, gab es bei den Ösis eine Unterschriftenaktion unter dem Motto „Österreich zeigt Rückgrat – Initiative österreichfreie EURO 2008 – dem Fußball zuliebe“.
Die Elfmeter-Entwendungsaktion der Eidgenossen stösst bei uns auf Unverständnis, da für sie von diesem Punkt aus wohl die einzige Chance auf einen Torerfolg besteht. Für eine österreichfreie Europameisterschaft haben wir allerdings vollstes Verständnis. Denn laut aktueller FIFA-Rangliste liegt die Alpenrepublik zur Zeit auf Platz 101, zwischen Algerien und Tansania.
Aber gut, der Ball ist wie wir wissen rund, uns so werden wir zwischen dem Eröffnungsspiel am 7. Juni und dem Endspiel am 29. Juni 2008 unseren Mostrich zu den aktuellen Ereignissen abgeben.
Also, die Fussballtreter geschnürt und Stollen angespitzt, bis in 2 Wochen ...
Euer curt.
MEL | 27.06.2008 | 21:50 Lang ersehntes Duell… mein Gott! Spannnnien vs. Deutschland. Die Spannung ist groß! |
WEINBRANDT | 23.06.2008 | 11:51 FRENCH NATIONAL TEAM BUS CRASHES AFTER LOST GAME VS ITALY
http://youtube.com/watch?v=83Goh1Lh8Pg |
CALIPPO | 18.06.2008 | 15:45 Na das gleiche kann man auch über unsere Nationalmanschaft sagen. Schau Dir alleine Ballack an - immer genau dann da wenn es darauf ankommt. Portugal ist schwach bei hohen Bällen, wir köpfen den 2mal rein und dann machen wir diesen Ronaldo halt im Elferschiessen fertich! |
ITALIANSTALLION | 18.06.2008 | 14:12 Passt ja auf! Die Azzurri werden bestimmt Europameister ... sie spielen zwar wie immer nicht besonders spektakulär, aber wenn sie dann im Finale sind, weiß keiner so richtig warum ...
Sie können's halt. |
SCHOKOBOMBE | 16.06.2008 | 16:45 angeblich ist ein Schwein auf der Flucht, daß von feiernden Fußballfans aus einem Tiertransport befreit wurde. 3 Säue flohen - 2 wurden gefasst. Das dritte trollt sich durch München... |
WEINBRANDT | 16.06.2008 | 13:37 Toni Schumacher: „Das hätte in der Türkei passieren dürfen, aber nicht in der zivilisierten Welt.“ |
LUKE | 15.06.2008 | 14:40 Ich bin auch eindeutig für England! |
CALIPPO | 09.06.2008 | 12:24 Ich habs immer gewußt, Poldi ist ein ganz großer...! |
CALIPPO | 26.05.2008 | 10:27 Ich glaub ja, dass die Engländer dieses mal den Titel klar machen. |
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