Interview mit Mikkey Dee? Das erste Interview meines Lebens und dann gleich mit dem Drummer von Motörhead – schon so lange im Geschäft, dass sie alle Fragen gehört und beantwortet haben. Zum neuen Album? Schon da gewesen, langweilig. Wenn ich schon grünbehinterohrt da hin sollte, dann wenigsten mit ein paar unabgelutschten Fragen.
Vor dem VIP-Eingang des Zenith eine fröhliche Horde aus Reportern, Groupies und Merchandise-Verkäufern. Nach nur 15 Minuten in der Kälte durfte ich mich devot auf die Seite in den Gang stellen und die Security beim Arbeiten bewundern. Nachdem ich meditative eineinhalb Stunden wartend im Gang verbracht hatte, bekam ich zehn Minuten mit Mikkey. Mental die Hälfte meiner Fragen zerreißend, brachte mich der gute Mann in ein Zimmer bar jeglicher menschlichen Wärme, mit einer Couch, die sich selbst in den 1980s für ihre Musterung geschämt hätte. Egal, shake hands, everything cool? Yes, thanks a bunch.
Nachdem die Zeit knapp war, strich ich alle Fragen, die nach Songs von Alben vor Mikkey’s Zeit bei Motörhead gestaltet waren, und fing an mit „March ör Die“ von ’92. Nach einer leichtherzigen Frage zu Hellraiser 3 – die Band hatte damals zum Soundtrack beigetragen, verfinsterte sich das Gesprächsthema dann
aber über Fragen zu Kinderschändung (Don’t let Daddy kiss me), Selbstaufopferung (Sacrifice), Selbstmord (Better Off Dead) zusehends. Der Meinung, Kinderschänder sollte man schon gleich an die Wand stellen, folgte eine kurze Geschichte über einen Bekannten von Mikkey, der beim Tsunami 2004 seine ganze Familie verloren hatte. Er würde es auch nicht verurteilen, wenn ein Mann mit solchen Erfahrungswerten den Freitod wählen würde. Er selbst wüsste nicht, was er tun sollte, wenn seine Familie umkommen würde. Für seine Familie sterben, kein Problem, für was sonst? Der Tod
sei auch einem Dasein als menschliches Gemüse vorzuziehen.
Nachdem die schweren Themen weggekaut waren, versicherten wir uns noch der unglaublichen Dummheit, mit der die Menschen in die Klauen von Ruhm und Reichtum versprechenden Seelenfängern à la American Idol liefen (Overnight Sensation), sprachen über ein mögliches – und unserer Meinung nach niemals an der Ignoranz der Erdenbewohner vorbeikommendes – Utopia (Brave New World).
Dann war Ende, den Manager schon die letzten Minuten im Nacken gehabt, Thanks again, see ya at the show, outta here …
Drei Stunden später ging ich dann zum Konzert, und hier noch einige Dinge, die man bei einem Rock/Metal/Loud Noise-Konzert beachten sollte: 1. Roadies müssen nur bis drei zählen können, Bandmitglieder bis vier. 2. Overkill schafft es, sich in drei Liedern in Oben-Ohne-Pose zu werfen. 3. 80s-Matten sind unter uns. 4. Wenn man aussieht wie aus Natural Born Killers, sollte man nicht Guitar Heros spielen. 5. Selbst bemalte Kutten sind nur bis in die 6. Klasse fies. 6. Wenn man allen Lederjackenbrüdern ihre Ketten/Patronengurte/Nietenarmbänder/etc. abnimmt, dann sollte man sie gut sortieren und vor allem nicht nach dem Konzert versuchen, sie der angetrunken pöbelnden Menge in der dunkelsten Ecke des Saals aus einer umso dunkleren Kiste heraus wieder auszuhändigen. Dass es da nicht noch sauber eins auf die Backen gab: ein Wunder!
Ah, die Musik war, wie üblich, vom Feinsten – Rock ‘N’ Roll at it’s best, kick’s yer ass.
Still Everything Louder Than Everyone Else!
TEXT: PHILIPP DAHLMANNS; FOTO: PETER B. ANDRAE
Artikel von #55
WEINBRANDT | 12.03.2008 | 14:39 Leute, Leute, was wir hier brauchen ist:
***P*E*A*C*E*** ***L*O*V*E*** ***A*N*D*** ***U*N*I*T*Y***
Vetragt euch bitte wieder! ... und geht doch mal zusammen ein Friedens-Eis schlecken! Das hat schon manches bewirkt ... |
THE_KING_IN_YELLOW | 12.03.2008 | 13:13 Right, Clyde!
Der Artikel ist ja wohl eine verdammte Frechheit. Erstmal eine halbe Stunde belangloses Geschwafel das ja wohl schon gar niemanden interessiert, und dann eine zusammengehackte Soße, die nur entfernte Verwandtschaft mit einem Interview hat. Ausserdem schnallt ja wohl keine alte Sau die “Fragen”, ausser man hat sein halbes Leben lang nix besseres zu tun gehabt, als Motörhead-Titel auswendig zu lernen.
Sodann erstmal ein paar oberpeinlichen Anglizismen, die hier scheints eine Art Pseudo-Authentizität rauskitzeln sollen hernach auch noch über gute, bodenständige Rocker und Metaler herziehen. Hoffentlich haun' sie dem Arschloch mal sauber ein paar auf die Fresse! Und Overkill ist ja wohl eine der besten Metall-Bands der frühen achziger (und verwirrenderweise auch ein bekanntes Lied von Lemmy's Truppe). Ausserdem sind ihre Bodies für ihr Alter nicht mal so schlecht – bestimmt Schanzneid von dem Waschlappen von Author.
Zurecht gemault – aber wie's aussieht darf wohl jeder halbgare August hier seinen Quatsch abdrucken. Hoffentlich ist Curt bald mal populär genug, um gewisse Qualitätsstandarts zu setzen und solchen Pfeiffen kein Forum mehr für ihre Egoauswüchse zu bieten! |
CALIPPO | 12.03.2008 | 11:40 Nett, dass der Verfasser neben seinen persönlichen und belanglosen Erlebnissen im Backstagebereich, sein studiertes Wissen (Hellraiser 3, alles klar!) über Motorhead mit einer Menge Rock`n Roll-Intellekt zum Besten gibt. Dabei ist er mit Mikkey Dee einer Meinung ("Hut ab!" 1992) "Yeah Yeah shake hands, see you outtaa here mate...!" - alles andere nur nicht devot! Leider bleibt die unwissende Leserschaft in "uncoolen Kutten" vor dem verschlossenen Kämmerchen (ohne Fenster) und kann höchstens erahnen wie der Verfasser dem Drummer alle 35 Albumtitel von Motorhead rückwärts vorpupst. Immerhin erfahren wir, wie Mikkey Dee`s Familie beim Tsunami ("March or die" 2004) umgekommen ist, während der Drummer gerade einen Kinderschänder an irgendeiner Wand in Liverpool von hinten traktiert...oder wie häää... der Song Overkill verwandelt sich in drei Lieder...hää? (Utopia) - viel loud noise um nichts.
Was ist mit Rock ´n Roll, mit unendlichen Doublebasssalven Mikkey Dees, der wenn er spielt aussieht wie der Drummer aus der Muppetshow, wie verteibt er sich die Zeit mit Lemmy (wie gehts ihm?) auf Tour, gibt es überhaupt noch ein Zusammenleben nach all den Jahren - hätte ich weitaus interessanter gefunden.
Ergo (abgebrochenes Jurastudium 2001), die anderen Curtredakteure sollten das nächste mal etwas genauer hinkucken... |
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