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HEUTE: Henry Rollins im Muffatwerk |
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Montag, 30. Januar 2012 |
Um das Multitalent Henry Rollins vorzustellen, kommt man nicht an seiner Vergangenheit als charismatischer Shouter der Hardcore-Band Black Flag vorbei. Nach deren Auflösung 1986 gründete er die mit Jazz und Delta-Blues flirtende Rollins Band, bei der er Spoken-Word-Performances in das Bühnenprogramm einzubauen begann.
Aber einem Workaholic wie ihm reichte das nicht aus, um den künstlerischen Output zu kanalisieren. Er entwickelte sich erfolgreich zum Schauspieler und Autor. In gut einem Dutzend Filmen (u.a. von Michael Mann und David Lynch) spielte er kleine Nebenrollen und wurde 1994 mit den Grammy für die Spoken Word-CD zu seinem Buch “Get In The Van“ ausgezeichnet.

Mittlerweile hat der Gedanken-Gigant seinen eigenen Verlag „2.13.61“ (benannt nach – München aufgepasst!! – seinem Geburtsdatum) und über 20 Bücher geschrieben. Zuletzt “Occupants“, eine Foto- und Essaysammlung seiner Reisen nach Afghanistan, Nordkorea, Kuwait, Bhutan, Kirgisien, Syrien, Sri Lanka, Brunei und Mali und Iran. Alles Länder und Krisengebiete, die es mit Menschenrechten nicht so ernst nehmen und er – wenn möglich – als Rucksacktourist Kontakt zur Bevölkerung sucht.

Seine Lesungen darf man sich natürlich nicht als Treffen bebrillter Langeweiler-Literaten vorstellen, weil ihm Zynismus und Sarkasmus auf der Zunge liegen und er dem Publikum als angriffslustiger Performer in Punkrock-Manier entgegentritt. Die Zeiten, als diese intensive Bühnenpräsenz des tätowierten Kraftprotzes zu unregelmäßigen Schlägereien mit dem Publikum führten sind lange vorbei, doch versteht er seine humorvoll verpackten Weltanschauungen als handfeste politische Informationen und deutliche Meinung mit reinem Herzen, innerer Überzeugung und purer Leidenschaft dem Publikum zu vermitteln.
Henry “The Hot Animal Machine“ Rollins liest am 12. Februar im Muffatwerk: The Long March – Spoken-Word-Performance
TEXT: KLAUS JOSBERGER |