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MUSIK

curt war da: Portugal.The Man
Dienstag, 29. November 2011
28. November, Theaterfabrik // Die „Dad facts“ haben sie auf Facebook angekündigt: „Dear Zach, Monday night, you play Munich...the third largest city in Germany and the capital city of Bavaria.“ Am 28. November waren Portugal. The man in der Theaterfabrik zu sehen – wobei „sehen“ relativ ist.

Eröffnet wurde der Mann namens Portugal von Steaming Satellites aus Salzburg, die schon erahnen ließen, was später folgte: psychodelisches Endlosgeschrobel, das es auf wundersame Weise schafft, nicht in psychotisches Endlosgeschwafel auszuarten.

Portugal. The man, das ist nicht nur ein Land, das ist eine ganze Welt, die sich die fünf Jungs aus Artwork und ihren jährlichen, immer wieder neu experimentalen Veröffentlichungen geschaffen haben.



Daher ist ein Konzert der Alaskaner nicht nur eine Darbietung ihrer Band, sondern ein Tor in die portugiesische Dimension. Die besteht bei dieser Tour aus an atomare Figuren erinnernde Leuchtkugeln und buntem Nebel, durchbrochen von zwei (Such-)Scheinwerfern.

Dazwischen lassen sich die fünf Musiker oft nur erahnen, einzig die pink gestreifte Wollmütze von Sänger John Gourley leuchtet durch den Nebel. Hier steht nicht der Mann im Vordergrund sondern der Klang. Der durchzog fünf Jahre Band- und 50 Jahre Musikgeschichte, von „AKA M80 The wolf“ („Waiter: ,You vultures!’“, 2006) bis zu neuen Stücken der aktuellen Platte „In the mountain in the cold“, von den Beatles (Kompliment für die wahrscheinlich beste „Helter skelter“-Version überhaupt!), über Mott the Hoople bis zu Oasis – in dem monochromen Stil, den Portugal. The man aktuell für sich gewählt haben.

Dieses Universum wächst. Vor zwei Jahren spielten sie noch ohne visuelle Effekte mit dem Rücken zum Publikum, bei ihrem letzten Besuch in München im April (im Hansa 39) ließen dichte Nebelschwaden immerhin schon eine Ahnung auf das zu, was noch kommen mag. Nun scheint die Band eine Größe erreicht zu haben, in der sie auch auf Tour das umsetzen kann, was sie auch auf ihren Plattencovern und in ihrer Musik darstellt – schließlich bespielen sie nun schon größere Hallen als noch vor einem halben Jahr.

Dennoch: Eine Menge der hübsch bunt bedruckten Eintrittskarten blieben übrig und konnten nach dem Konzert als Souvenir mitgenommen werden. Dieses Portugal bleibt eben doch eine ganz eigene kleine Welt.

TEXT: LARISSA PITTELKOW

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