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MUSIK

curt im Gespräch mit Element of Crime
Donnerstag, 28. Januar 2010
Element of Crime sind längst eine Institution im deutschsprachigen Raum, die immer noch erfolgreicher zu werden scheint: Immer da wo du bist bin ich nie, das 12. Studio-Album in knapp 25 Jahren Existenz, hat den höchsten Hitparaden-Einstieg der Band aller Zeiten hinter sich.


Dieser Status verwundert einerseits, denn die Platte mit dem sperrigen Titel ist nichts weiter als eine klassische Element of Crime-Angelegenheit geworden, also musikalisch irgendwo zwischen Folk, Country, Rock und Brecht/Weill angesiedelt, versehen mit den lyrischen Alltagsbeobachtungen eines eher kauzigen Außenseiters. Dieser Status verwundert andererseits nicht, denn eine neue Element Of Crime-CD anzuhören, ist wie sich in die uralte Kuscheldecke auf dem heißgeliebten Sofa samt knarrenden Sprungfedern zurückzuziehen, um sich einen Abend lang bei einer Flasche Rotwein mutterseelenalleine und gerade deshalb voller überschäumender Melancholie auf das Eigentliche dieser merkwürdigen Existenz zu besinnen – sich selbst, mit allen Haken und Ösen. Ein Abend jedenfalls, aus dem man gestärkt in die nüchterne Realität zurückkehrt. Eine Einschätzung, der sich Element of Crime-Sänger Sven Regener mit einem stoischen Lächeln alles andere als verwehren will.

curt: Wie nähert man sich einem neuen Element of Crime-Album – einfach entspannt oder mit stetig neuem Anspruch?

REGENER (lacht): Wir sind zu alt für große Erwartungen! Aber ernsthaft: Man trifft sich, nachdem man sich eine Zeit lang nicht gesehen hat, stellt den anderen seine aktuellen Ideen vor, trinkt zusammen ein Bier oder auch zwei, unterhält sich gemächlich über neue Lieder. Und weil wir uns ja freiwillig treffen, damit eine Platte entsteht, hat auch jeder von uns total Lust, an Songs zu arbeiten. Ohne Druck entsteht die schönste Kunst der Welt, denke ich.

curt: Deine Texte wirken wie gehabt sehr karg und spartanisch, trotzdem stehen sie für eine ganz spezielle Form von Romantik. Bist du demnach ein Romantiker, der nur das Notwendigste spricht?

REGENER: Ich habe nach mehrmaligem Abhören das Gefühl, dass dieses Mal eine Menge Erotik in den Texten steckt - wenngleich es sich dabei um meine Sicht von Erotik handelt. Also, es dampft schon mal, selbst wenn der Außenstehende das nicht sofort merkt. Ich habe ja eine eher seltsame Art, Alltagserlebnisse und -gedanken auszudrücken, ob in meinen Büchern oder in meinen Versen. Das ist beizeiten skurril, absurd – aber niemals grotesk, so etwas entspricht mir nicht. Das Schöne an dem Umstand, dass wir von der Band alle ordentlich von der Musik leben können, ist die Tatsache, dass wir deshalb keine Rücksicht auf irgendwen und irgendwas nehmen müssen. Wir bewegen uns sehr gemächlich und voller Vergnügen in unserem eigenen Mikrokosmos.

curt: Was sind die persönlichen Erwartungshaltungen mit dem neuen Album?

REGENER: Als glücklich verheirateter Ehemann und Vater von zwei Kindern freue ich mich zunächst mal, dass ich meine Familie von einer Arbeit ernähren kann, die mir immensen Spaß bereitet. Es ist eine unglaubliche Genugtuung, wenn man in seinem Job – als Künstler, was heutzutage ja beinahe ein Schimpfwort ist – aufgehen und davon die Rechnungen begleichen kann. Aber ich werde weiterhin nie auf ausgelatschten Kreativpfaden latschen und mich niemals verbiegen. Ja, die Kunst – sie interessiert mich immer noch, trotz kunstfeindlicher Zeiten! Und selbst wenn ich ein Lied, das ich vor langer Zeit komponiert habe, auch heute noch im Konzert singen muss, weil das Publikum es erwartet: Ich singe es auch beim 100. Mal noch gerne.




Hier geht's zu unserem Element of Crime Konzertbericht von September 09



TEXT: MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK; FOTO: GOLTERMANN / WULF

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Kommentare (1)

MONACOBUNNY | 27.01.2010 | 13:03
Falls ich's noch nicht erwähnt hab oder Ihr meine zig Mails in dieser Angelegenheit übersehen habt ...

ICH WILL DA HIN!!! Unbedingt!!! Büddeeeeeee!!! :)



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