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MUSIK

curt war da: Element of Crime
Mittwoch, 23. September 2009
Seit letztem Freitag steht sie endlich im Regal: die neue Platte von Element of Crime. Die Berliner Band um Sänger und Schriftsteller Sven Regener existiert nun schon seit fast 25 Jahren und ist eine wahre Qualitätsinstitution im deutschen Pop-Zirkus. Zum Start von „Immer da wo du bist bin ich nie“ gaben die nun doch schon etwas älteren Herren ein ganz exklusives Konzert für einen mehr oder weniger erlauchten Kreis im Atomic Café. curt hat sich auch reingeschmuggelt.

Exklusiv und erlaucht hieß in diesem Fall, dass man keine Tickets kaufen konnte, sondern per Gewinnspiel auf amazon.de sein Glück versuchen musste, um auf die Gästeliste zu kommen. Unerwarteter Weise hat's auch geklappt, und so durfte ich dabei sein, als pünktlich um 21 Uhr im proppevollen Atomic mit der Trompete zum Angriff geblasen wurde. Großartige Erklärungen, Einleitungen oder sonstiges Geschwätz gab's nicht, sondern eine von Anfang an abgeklärte Show. Was hätte man auch anderes erwartet? Will man ja gar nicht, denn die Songs sprechen für sich, von denen natürlich der Großteil vom neuen Album war, das ja eigentlich gar niemand kennen konnte. Aber auf diese Truppe kann man sich einfach verlassen; jede einzelne Nummer eine Pracht, und Regener hat seinen Sinn für Romantik und grantlerischen Zynismus noch lange nicht verloren. So ein zufriedenes, andächtig lauschendes Publikum hat man selten gesehen, noch dazu eine derart locker-abgeklärte Band.




Die ließ sich auch zum Schluss nicht lumpen, und gab noch die todsicheren Klassiker als Zugaben: „Bring den Vorschlaghammer mit“, „Delmenhorst“ und „Mittelpunkt der Welt“ sorgten dann sogar mal für ein paar Glücksschreie und hoch gestreckte Hände im Publikum, mehr Energie war allerdings nicht drin. Regener machte zwar öfters den Eindruck, als wären im die Leute zu wenig begeistert, nahm es aber dann doch mit einem Schmunzeln. Ganz ehrlich: Die Vorstellung, das Publikum zur Musik von Element of Crime immerzu schunkeln und die Hände überm Kopf klatschen zu sehen, hat dann doch ein bisschen zu viel von Schlagerparade. Da flippt man doch lieber innerlich aus und kühlt mit einem Schluck Bier die Emotionen runter.

Nach 90 Minuten war Schluss, und ich glaube jeder zufrieden. Etwas ganz Besonderes sind sie, diese Typen, die eigentlich so aussehen wie Stammgäste aus der Boazn um die Ecke. Ende Januar kommen sie wieder, dann zur offiziellen Album-Tournee und für jedermann zugänglich. Bis dahin heißt es: Schön die neuen Texte auswendig lernen, vielleicht macht man Herrn Regener dann glücklicher. Lang auf euch gewartet, und gelohnt hat es sich...wohl!




Aktuelle LP: "Immer da wo du bist bin ich nie" (Vertigo Berlin)



TEXT: Michael Döringer

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