|
Der Weinbrandt rät: Ausspucken ist Pflicht |
|
Freitag, 13. März 2009 |
+++ VERLOSUNG 2 Bücher Gambero Rosso +++
Anfang Februar. Es herrscht Tristesse. Draußen nasskaltes Schneetreiben. Aber Winterdepression und sogar ein blutunterlaufenes Auge können den weinbrandt nicht unterkriegen. Denn schließlich steht eines der Jahreshighlights auf dem Programm: die große Gambero Rosso Probe.
Optisch mag der weinbrandt zwischen all den korrekt auftretenden Italophilen ein wenig aus der Reihe fallen. Aber nur weil er ein schreiend rotes Longsleeve, eine schlammbespritzte Zoo York-Jeans und selbst bei düsterer Beleuchtung ständig eine blickdichte Sonnenbrille trägt, heißt das nicht, der weinbrandt sei als unkompetenter Möchtegern-Gourmand abzustempeln. Er weiß ganz genau, dass er höchst professionell wirkt, wenn er den seidig samtenen120 Euro-Sassicaia in den Spucknapf entsorgt oder Phrasen von sich gibt wie „Das Holz ist nach der Barrique-Fermentierung erstaunlich gut in den Wein eingebaut“. Der Hallwag Verlag feiert die Neuauflage des Gambero Rosso. Dieser imposant dicke Wälzer gilt als wichtigster italienischer Weinführer. Seine Herausgeber begeben sich jedes Jahr erneut auf Etikettenjagd, um dabei altbewährte Gewächse und ungewöhnliche Entdeckungen nach einem hausinternem System zu bewerten. Ein Glas: vorbildlicher Tropfen, zwei Gläser: sehr schöner Stoff, drei Gläser: absoluter Spitzenrebsaft. Aus 18.000 Weinen von 2.250 Erzeugern wählte die Jury diesmal 339 3-Gläser-Weine aus. 259 davon präsentieren die Winzer auf der Münchner Praterinsel und natürlich verkostet der weinbrandt zusammen mit Horden anderer Leckermäuler an vorderster Front mit. Seine Favoriten: 2005er Tignanello von Antinori und 2007er Sanct Valentin der Eppaner Kellerei St. Michael. Die Degustation grandioser Namen wie Brancaia, Caberlot oder Ornellaia grenzt an Kindermord, blutjung trinken sich jene halbwüchsigen Bouteillen. Oft legen sich noch beißende Tannine als pelziger Belag auf das Zahnfleisch und trocknen dem weinbrandt die Schleimhäute aus. Bei wenigen kann er schon erahnen, zu welch wertvollen Preziosen sie sich in den nächsten Jahren entwickeln werden. Aber beim Wein verhält es sich genauso wie in der Politik, man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat.
Der weinbrandt rät: Gambero Rosso, Vini d‘Italia 2009, 992 Seiten, Hallwag Verlag, 29,90 Euro
curt verlost 2 Exemplare der Wälzer – ein echtes Schmankerl für Weinliebhaber. Schreibt eine E-Mail an
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
mit Betreff "Gambero Rosso" und eurem Usernamen. Viel Glück!
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Bitte melde Dich an oder registriere Dich. |